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Alessa94.Laura
Anmeldungsdatum: 16.11.2009 Beiträge: 1
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Verfasst am: 16. Nov 2009 13:46 Titel: 1. Weltkrieg |
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Hey Leute,
ich schreibe nächsten Montag eine Arbeit über den 1. Weltkrieg.
Was muss ich darüber wissen? Ich bin wirklich nicht gut in Geschichte.
Kommt vielleicht davon, dass ich das Fach hasse, aber das ändert ja nichts an der Tatsache, dass ich diese Arbeit schreibe. Ich kann mich im Unterricht nicht konzentrieren. Könnt ihr mir helfen?
Ich bedanke mich schon mal im Vorraus. |
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borthi
Anmeldungsdatum: 23.09.2008 Beiträge: 71 Wohnort: borth
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Verfasst am: 16. Nov 2009 14:20 Titel: |
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Hallo Alessa,
Wenn ich Lehrer wäre würde ich folgende Fragen stellen:
Wann und warum begann der 1. Wk., welche Nationen standen sich anfangs gegenüber, (Bündnisse, Beistandsverplichtungen ect.),
wie kam es dazu, das sich in einem Anfangs europäischen Krieg, schließlich die "ganze Welt" im Krieg befand, warum trat die USA in den Krieg ein,welche folgen hatte das, wann und warum endete er, wer waren die Sieger, welche folgen hatte das Kriegsende für Deutschland, was waren die Hauptinhalte des Versailler Vertrags?
grüsse borthi |
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drake
Anmeldungsdatum: 07.11.2009 Beiträge: 6
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Verfasst am: 19. Nov 2009 23:38 Titel: 1. Weltkrieg |
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Vorab: Bin für Korrekturen meiner Aussagen jederzeit dankbar. Bin nämlich selber am Büffeln.
Hi Alessa,
ich halte folgende Punkte hinsichtlich 1. Weltkrieg (1914 bis 1918) für wichtig:
Im Vorfeld sollte dir die Politik Bismarcks als auch Wilhelm II einigermaßen klar sein, so dass du Schlussfolgerungen ziehen kannst.
Weiterhin sind auch im Vorfeld die Marokko-Krisen und die Balkan-Krise zu nennen, die vor dem 1. Weltkrieg von Bedeutung waren und man gut interpretieren könnte, dass diese Dynamiken unter anderem einen Weltkrieg schürten.
Ansonsten:
1. Ursachen des 1. Weltkriegs
Weltmachtstreben (Imperialismus, Kolonialismus)
Die Leute sind kriegshungrig und wollen sich beweisen. Sie haben keine Angst vor einem Krieg. Im Gegenteil, sie wollen ihre Nationen verteidigen.
Balkanproblematik
Thema war immer ein Großserbisches Reich.
Russland wollte alle slawischen Staaten unter einem Hut. Stichwort Panslawismus. Diese Staaten sollten autonom existieren. Österreich hingegen hatte Interesse, Serbien zu annektieren. Die Serben wehrten sich begründeterweise. Russland und Österreich standen sich hier in ihren Interessen gegenüber, was dann später sichtbar wird.
Anlass
Attentat in Sarajewo
Der österreichische Kronprinz wird in Sarajewo von angeblich Serben ermordet. Die Österreicher fordern die Attentäter von den Serben. Die Serben stimmen zu, diese auszuliefern, was aber hinausgezögert wird. Als Österreich eigene Leute schicken will, um die Mörder ausfindig zu machen, wehren sich die Serben gegen die österreichische Einmischung.
Blankoscheck
Deutschland hat Österreich Kriegsunterstützung gegen Serbien zugesagt.
Kriegserklärungen der Staaten untereinander
Als die Serben die Attentäter nicht ausliefern, nutzt Österreich die Gelegenheit und erklärt Serbien den Krieg. Daraufhin ist auch Deutschland involviert aufgrund eben des Blankoschecks. Nacheinander treten Russland, Frankreich und auch England in den Krieg ein. Zwei oder drei Jahre später auch die USA aufgrund des U-Boot-Krieges vor England.
Deutschland marschiert über Belgien nach Frankreich ein. Siehe Schlieffenplan.
Der 1. Weltkrieg ist als Stellungskrieg zu bezeichnen. Sprich: Es finden reine Materialschlachten statt, Soldaten halten sich in Schützengräben auf und es gewinnt im Grunde der mit der besten Ausrüstung.
Aufgrund der vielen Männer, die in den Krieg ziehen mussten, sind es die Frauen, die zuhause in den Fabriken die Kriegswaffen herstellen.
Im Epochenjahr 1917 gibt es in Russland die Oktoberrevolution. Russland kann bald ausrüstungstechnisch nicht mehr mithalten und muss schließlich einen Diktatfrieden, von Deutschland vorgegeben, unterzeichnen. Der Friedensvertrag von Brest-Litowsk.
Trotz allem... Deutschland muss 1918 aufgeben, die Oberheeresleitung muss seine Niederlage eingestehen und gibt seine Macht an die Politik im Land ab, entzieht sich somit der Verantwortung und erfindet bald später die "Dolchstoßlegende", die besagt, dass das deutsche Heer nicht besiegt worden sei, sondern hinterrücks von den eigenen Leuten erdolcht wurden.
Es gab nämlich 1918 etliche Aufstände, die in Kiel begannen, als zu einer letzten Schlacht aufgerufen wurde, gegen die sich die Matrosen in Kiel wehrten und nicht mehr mitzogen.
Nach dem 1. Weltkrieg
Max von Baden, damaliger Reichskanzler, verhandelt mit Wilson die bekannten 14 Punkte. Bismarcks Verfassung wird modifiziert, was heißt, dass es ein allgemeines Wahlrecht gibt und vor allem der Kanzler nun dem Parlament verantwortlich ist. Zuvor gab es nur eine Präsidialregierung, die mit Notverordnungen regiert, so dass das Parlament regelmäßig ausgeschaltet wurde und kein Mitspracherecht mehr hatte.
Der Kaiser muss abdanken und geht ins Exil.
Max von Baden übergibt die Macht an die MSPD, die damals stärkste Partei im Reichstag ist. |
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MI Administrator

Anmeldungsdatum: 01.11.2004 Beiträge: 1710 Wohnort: München
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Verfasst am: 22. Nov 2009 00:30 Titel: |
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Im Zuge der gesamten politischen Lage sind auch die französischen Rachegelüste nicht zu unterschätzen. Ansonsten ist alles Wesentliche gesagt.
Eine Boardsuche könnte evtl. noch ein paar Details hinzufügen, da das Thema schon öfters behandelt wurde.
Gruß
MI _________________ I have seen war, I hate war
Franklin D. Roosevelt |
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drake
Anmeldungsdatum: 07.11.2009 Beiträge: 6
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Verfasst am: 23. Nov 2009 13:19 Titel: Ursachen für 1. Weltkrieg |
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Danke, MI.
| MI hat Folgendes geschrieben: | Im Zuge der gesamten politischen Lage sind auch die französischen Rachegelüste nicht zu unterschätzen. Ansonsten ist alles Wesentliche gesagt.
Eine Boardsuche könnte evtl. noch ein paar Details hinzufügen, da das Thema schon öfters behandelt wurde.
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I
Ich habe da jetzt nochmal ein bisschen recherchiert, um noch besser zu verstehen, wieso es zum 1. Weltkrieg kam. Vielleicht könntest du oder andere ja nochmal drüberschauen, ob keine gravierenden Fehler drin sind.
Also als wesentliche Ereignisse, die entscheidend für Annäherung oder Distanzierung zwischen den Staaten stehen, sind folgende:
1. Balkankrise um 1880
Russland will alle Slaven unter einem Hut und vor allem Mittelmeerzugang. Das heißt gleichermaßen, dass Türkei ein Gegner der Russen ist, weil die Türkei Ansprüche an slawische Gebiete stellt.
Österreich will diese Länder, die Russland als unabhängig sehen will, in einen Vielvölkerstaat integrieren.
Österreich und Russland stehen sich demnach in ihren Interessen völlig konträr gegenüber.
Deutschland unterstützt Österreich und die Türkei. Als Russland der Türkei den Krieg erklärt und diesen Krieg gewinnt, gibt es trotzdem einen Kongress in Berlin, auf dem die Gebietsverteilungen geregelt werden sollen. Durch Bismarck, den "ehrlichen Makler", der keinerlei Ansprüche hat, nur zwischen den Ländern vermittelt.
Mehr oder weniger jedes Land gewann durch den Kongress, außer Russland, die bestimmte Gebiete wieder abgeben mussten (stimmt denn das???). Russland distanziert sich von Deutschland. Deutschland und Österreich nähern sich hingegen an.
Obwohl Bismarck es wichtig war, immer durch Bündnisse auch Russland an sich zu binden, beginnt hier das Verhältnis zu bröckeln.
2. Faschoda-Krise unter Wilhelm II
England bittet Deutschland um Hilfe bei einem Konflikt im Sudan/Afrika. England möchte hier nur ein kurzfristiges Bündnis. Wilhelm aber erwartet ein langfristiges Abkommen. Er lässt sich Zeit, doch England rückt von Deutschland ab und nähert sich Frankreich an, woraufhin es zwischen diesen zwei Staaten eine Entente cordial gibt, der sich Russland wenige Jahre später anschließt.
Deutschland isoliert sich, hat nur noch Österreich als Partner... und die als schwächer anzusehenden Länder wie Italien und Türkei.
Marokko-Krisen
Frankreich will in Marokko freie Hand. Es gibt reichlich Bodenschätze, Frankreich drängt ohne zu fragen ins Land.
Deutschland will zum einen gefragt werden, zum anderen will es die Entente zwischen Frankreich und England sprengen.
Wilhelms II Einfluss ist gering. Englands und Frankreichs Zusammenarbeit wird noch enger. Auch Russland ist eng verknüpft, nachdem England und Russland sehen, dass die Flottenpolitik von Wilhelm gefährlich werden könnte.
Deutschland isoliert sich noch weiter.
Weitere Balkankrise 1904
Russland verliert einen Krieg gegen Japan. Russland will gegen Österreich/UNgarn und die Türkei vorgehen. Nach wie vor arbeitet Russland für den Panslawismus, alle slawischen Länder unter einem Hut, sie sollen autonom existieren. Vor allem deswegen, damit die Türkei in seinem Einfluss noch mehr zurückgedrängt wird und Russland frei agieren kann hinsichtlich Mittelmeerzugang.
Österreich/UNgarn annektieren Serbien. Doch Serbien steht unter Russlands Schutz. Russlands militärische Ausstattung ist noch nicht reif für große Kriege (wie man später auch sieht, als Russland während des 1. Weltkriegs kapitulieren muss, weil eben auch die Ausrüstung nicht mithalten konnte).
Doch Russland hat inzwischen gute Freunde: England und Frankreich. Die Entente cordiale wirkt sich aus.
Der Mord von Sarajewo ist letztlich nur ein kleiner Tropfen ins berühmte Fass. Denn endlich ist die Gelegenheit da:
Für Deutschland, Österreich/Ungarn - um endlich ihre Machtansprüche durchzusetzen. Deutschland bzw. Wilhelm II will seine Nation gewinnen sehen gegen drei große Kontrahenten. Österreich/Ungarn will sich den Plan eines Vielvölkerstaates nicht aufgeben.
Für England, Frankreich, Russland. England will das Gleichgewicht der Mächte und lässt sich von Deutschland und Österreich nicht unter Druck setzen. Frankreich kann sich revanchieren und hat die Chance, Elsass-Lothringen zurückzuerobern und die einstige Schmach von Versailles zu tilgen. Russland hat zwei starke Partner, um seinen Panslawismus durchzusetzen. |
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Devin Cant Moderator

Anmeldungsdatum: 01.11.2004 Beiträge: 270
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Verfasst am: 27. Nov 2009 18:06 Titel: Re: Ursachen für 1. Weltkrieg |
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| drake hat Folgendes geschrieben: | | Österreich/UNgarn annektieren Serbien. Doch Serbien steht unter Russlands Schutz. |
Österreich-Ungarn annektierte 1908 nicht Serbien, sondern die osmanischen Provinzen Bosnien und Herzegowina, die es bereits seit dem Berliner Kongress 1878 verwaltete. _________________ "Wenn man eine ruhmvolle Tat zu erzählen hat, so braucht man nicht zu sagen, dass sie ruhmvoll gewesen ist. Die einfache Darstellung des Verlaufes enthält das Lob. Nicht dem Erzähler, sondern dem Leser gebührt, die Anerkennung zu spenden." - v. Moltke |
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