rosinante
Anmeldungsdatum: 20.07.2005 Beiträge: 9 Wohnort: Stuttgart
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Verfasst am: 01. Aug 2006 19:25 Titel: |
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Ja Mr Spock - es scheint "manchen" nicht in den Kram zu passen, daß wir eine Geschichte haben ... die sogenannten ( zentraleuropäischen ) Heldensagen, haben eigentlich für unsere Kultur sehr wohl eine Bedeutung und auch eine Berechtigung, die ich z.B. nicht geringer Schätze, als die griechischen Sagen.
Es mag sich im Laufe der Jahrhunderte manches Epische in die mündlichen Überlieferungen eingeschlichen haben - gleichwohl ist die Basis überlieferte Geschichte und hat für die Geschichtsforschung einen sehr hohen Stellenwert.
So ist z.B. das Nibelungenlied gerade dann interessant, wenn man mit den Epochen vertraut ist, die darin als Überlieferung abgehandelt werden.
Es ist die frühe Zeit des Reichs der Merowinger - noch ist die Völkerwanderung nicht abgeschlossen, die Burgunder "sitzen" erst am Rhein und haben ihren Sitz in Worms! Und wer hat denn den Atila um Hilfe gerufen um wen zu besiegen ??? Noch ist das röm. Reich nicht vollständig untergegangen! Die Burgunder werden zerriegen - aber auch die Merowingerkönige werden sich selbst zerreissen und zerfleischen und gerade Brunhilde / Brunichilde hinterlässt eine blutige Spur unter den Kindern und Kindeskindern der Frankenkönige.
Dietrich von Bern ( die schweizerische Stadt Bern gab es damals noch nicht - sie wird erst om 12. JH von den Zähringern gegründet ) ist der Gotenkönig Theoderich ( Theoderich also die damalige Namensform von Dieterich ).
Immerhin - der Verfasser dieses "Epos" - hat erzählte Überlieferungen ca. 500 - 800 Jahre nach ihrem Geschehen aufgeschrieben - und die Ausmalungen müssen nicht allein von ihm herrühren, sie können durchaus im Laufe der Jahrhunderte den Erzählungen von Generation zu Generation zugewachsen sein.
Man nehme als Beispiel das, was die Christen Bibel nennen! Was davon ist den wirklich "wahres, überliefertes Wort" ? - Ist nicht von Synode zu Synode mehr hinzugekommen ? Haben sich die Texte der sog. Evangelien
nicht ähnlich vermehrt ? .... Der sachliche Historiker wird durchaus bestätigen können, daß im Nibelungenlied mehr "wahre Geschichte" übermittelt wird, als in der sog. "Bibel".
Immer schon haben die Menschen ( als es noch keinen Strom, kein Radio, kein Fernsehen gab) einwenig noch am abendlichen Feuer, beim Schein der Kerzen, den Alten zugehört - die lange Mär, die so weitergegeben wurde, wurde verkürzt zum Märchen - und das, was von vom Hören-Sagen wußte, wurde ( des es erkennbar immer mehr ausgemalt worden war ) zur Sage.
Und daß es nun eben in der Geschichte mal ein "Hl. Röm. Reich Deutscher Nation" gegeben hat, scheint vielen nicht in den Kram zu passen ! Und es war eigentlich nicht erst das Dritte Reich, das sich unserer Geschichte - leider mißbräuchlich - erinnerte. Die bedeutenden Geschichtsschreiber wir z.B. Raumer, Giesebrecht, Stälin usw. schufen ihre Werke viel früher schon!
Und, wer meint, heute einen Felix Dahn nicht mehr lesen zu dürfen ( "Ein Kampf um Rom" - "Die Völkerwanderung" ), der hört (leider) auf die falschen Mäuler .
Gruß rosinante _________________ Was ist das Recht, über andere zu richten, ohne die Weisheit, es auch zu können ? |
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