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Gast
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Verfasst am: 15. Jun 2005 18:48 Titel: Rätesystem vs. Parlamentarische Demokratie |
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Hallo,
ich hab ma ne frage. Und zwar ist der Unterschied zwischen Rätesystem und der parla. Demokratie. Ich möchte jetzt nicht wissen, wie die einzelnen Teile genau funktionieren, dass kann ich ja auch irgendwo nachlesen, sondern was der Hauptunterschied vom Sinn her ist. Welches Prinzip verfolgt das Rätesystem und welches das der Parlamentarischen Demokratie.
Ich weiss nicht genau, ob ihr wisst was ich meine...
Welche Grundintention/idee steckt dahinter? |
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Angus
Anmeldungsdatum: 14.05.2005 Beiträge: 66
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Verfasst am: 15. Jun 2005 20:09 Titel: |
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Also bei deiner parlamentarishcen Demokratie wird meistens (wie hier in D) alle paar Jahre ein Parlament direkt vom Volk gewählt, das dann meistens diese Wahlperiode nach ihrem "Gewissen" handeln, sie können also nicht direkt vom Volk abgewählt werden.
In einer Räterepublik werden von den Bürgern verschiedene Räte (Arbeiter, Soldaten, Bauern,...) gewählt, die dann das Geschehen bestimmen, allerdings haben die Abgeordneten ein "imperatives Mandat", d.h. wenn ihre Entscheidungen nicht mit denen des Volkes übereinstimmen, können sie von denen abgesetzt werden.
Joa, das sind die Prinzipien soweit ich weiss. Ansonsten ist es vll noch gut zu wissen, dass das Rätesystem aus der Arbeiterbewegung gekommen ist und ab der 1917er Revolution in Russland betrieben wurde. Die Räte hiessen dort Soviets.
Hoffe ich konnte dir ein wenig helfen...
Greetz Angus |
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Gast
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Verfasst am: 15. Jun 2005 21:15 Titel: |
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also gibt es bei der rätedemokratie immer noch eine klassentrennung, es gibt kein kollektives volk, sondern Interessensgemeinschaften? |
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Angus
Anmeldungsdatum: 14.05.2005 Beiträge: 66
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Verfasst am: 15. Jun 2005 22:31 Titel: |
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Nein, das glaube ich eigentlich nicht. Die Räte trennen ja nicht die Bevölkerung, sondern in ihnen werden eben die verschiedenen Arbeitergruppen vertreten, um so auf alle die gleiche Rücksicht zu nehmen.
Und da das System vor allen Dingen von den Kommunisten gefordert wurde (-> Ausrufung der Räterepublik in DEU 1918/19) , und es in deren Ideologie ja eine klassenlose Gesellschaft gibt, wird es eine Trennung zwischen den Klassen nicht vorsehen. Denke ich jetzt jedenfalls mal
Greetz Angus |
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Gast
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Verfasst am: 16. Jun 2005 14:49 Titel: |
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wo liegen dann die nachteile eines solchen systems? |
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GoTo Ehrenmoderator

Anmeldungsdatum: 08.09.2004 Beiträge: 701
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Verfasst am: 16. Jun 2005 18:36 Titel: |
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Nachteile: sehr komplizierte und langsame Entscheidungsprozesse; ständige Versammlungen sind notwendig! |
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Angus
Anmeldungsdatum: 14.05.2005 Beiträge: 66
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Verfasst am: 16. Jun 2005 18:59 Titel: |
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Genau. Da es so viele verschiedene Räte sind, müssen zwischen denen die Entscheidungen auch immer abgestimmt werden und das geht sehr langsam und schwerfällig. Mehr fällt mir jetzt auch grad nicht ein. |
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Julien Gast
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Verfasst am: 19. Jun 2005 17:57 Titel: |
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Ein weiteres Problem des Rätesystems ist, dass man hier von einem völlig utopischen Menschenbild ausgeht.
Der Mensch hat kein Streben nach Macht und deswegen kann er exekutive, legislative und judikative Funktionen gleichzeitig ausfüllen.
Das ist mit der Realität nicht vereinbar, da im Moment jeder Mensch in irgendeiner Form nach Macht strebt.
Also zusammenfassend kann man sagen, dass in der Rätedemokratie keine Gewaltenteilung vorhanden ist. |
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Gast
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Verfasst am: 21. Jun 2005 08:07 Titel: |
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ich hab auch ne frage zum rätesystem.
in den ganzen quellen steht, dass die Regierung im Rätesystem durch Pyramidenprinzip entsteht, dass heißt die unteren räte wählen immer die nächsthöhren...
ich versteh aber nicht genau, wie das zustande kommt.
also es gibt zuerst mal in einer stadt verschiedene Räte:
Arbeiterrat, Soldatenrat, Wohnblockrat...
diese entsenden deligierte in einem Städterat. So gibt es von jeder Stadt einen Städterat, die wiederum für einen Kreisrat Leute entsenden usw.
Aber dann kann es doch vorkommen, dass vom Städterat kein Abgeordneter des Soldatenrats geschickt wird. Dann verliert das alles doch seinen Sinn.
Oder läuft das ganze so ab:
also es gibt zuerst mal in einer stadt verschiedene Räte:
Arbeiterrat, Soldatenrat, Wohnblockrat...
diese entsenden dann Deligierte für einen Arbeiterrat auf Stadtebene, einem Soldatenrat auf Stadtebene...
Dann schickt der Stadtarbeiterrat und der Stadtsoldatenrat wieder Deligierte zu Kreisarbeiterrat und Kreissoldatenrat....
Das kann glaube ich aber nicht so sein, dann gäbs ja viel zu viele Räte...
ich raff das nicht |
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Schuelli
Anmeldungsdatum: 19.06.2005 Beiträge: 16 Wohnort: Altrip
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Verfasst am: 21. Jun 2005 15:12 Titel: |
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Die Arbeiter- und Soldatenräte werden ja in den Basiseinheiten gewählt. Dann werden diese Räte in die nächsthöhere Ebene geschickt und das geht immer so weiter, daher Pyramidensystem.
Nur in den Basiseiheiten wird zwischen Arbeiterräten und Soldatenräten unterschieden. Danach werden sie ja zwangsläufig gemischt, denn sie werden in die nächsthöhere Ebene entsand.
Deswegen gibt es keine "Pyramiden" von Arbeiterräten und Soldatenräten nebeneinander. _________________ sic transit gloria mundi |
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