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Warum Widerstand in De während des NS-Regime schwierig war
 
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fiiny



Anmeldungsdatum: 16.12.2007
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 16. Dez 2007 17:34    Titel: Warum Widerstand in De während des NS-Regime schwierig war Antworten mit Zitat

Ich arbeite zur Zeit einen Vortrag über den Widerstand 33-45 aus und habe als Teilaufgabe bekommen, wieso der Widerstand in DE so schwierig war.
Dazu habe ich mal meine Recherchen zusammengetragen und wollte mal ein paar Meinungen hören und natürlich sehr gern auch Kritik.

Durch die Gleichschaltungsprozesse der NSDAP zu Beginn ihrer Herrschaft waren ja alle Möglichkeiten einer Opposition beseitig. Die Wehrmacht war in die Massenvernichtung involviert, daher blieb in Deutschland nur der Weg über einen Staatsstreich übrig, um die Politikfähigkeit und Rechtsstaatlichkeit wiederherzustellen. Da es keine gesellschaftlichen Gruppen mehr gibt, die groß genug waren, musste also der Widerstand von Gruppen aus dem Militär oder der Bürokratie vorbereitet sowie durchgeführt werden. Da dieser Schritt aber erst mit der drohenden Niederlage der Wehrmacht in Betracht gezogen wurde, blieb es bis zu diesem Zeitpunkt eher schwierig erfolgreich Widerstand zuleisten. Weiterhin waren viele Leute in ihrer Denk- und Beurteilsfähigkeit durch die gekonnt eingesetzte Propaganda verblendet und erst als die militärische Niederlage immer voraussichtlicher wurde, begannen sich einige Köpfe der Militärs und Zivilbevölkerung von den Denktraditionen (Orientierung einer deutschen Großmachtsstellung und feste Bindung an Gehorsamsregeln) des NS-Regimes zu befreien. Außerdem wurde ja schon zu Beginn der Herrschaft der NSDAP die politische Beeinflussung und das Strafrecht verändert, aber bei Kriegsausbruch kam es nochmal zu einer radikalisierung davon. Des Weiteren gelang es Himmler hochrangige SS-Mitglieder in andere Bürokratien einzuschleußen, damit war natürlich wieder ein Großteil der Bürokratie unter Kontrolle und der NS Ideologie versetzt. Außerdem blieben die meisten Widerstandsgruppen einzeln, da sie große Angst haben durch Spitzel verraten zu werden. Daher verbanden sich auch selten irgendwelche Widerstandsgruppen, denn die Gestapo war ja nur so erfolgreich in ihre offensive Polizeiarbeit, wie sich die Leute gegenseitig verraten haben. Dann waren die meisten Aktionen auch vereinzelt ausgeführt worden und somit konnte das Regime an sich jeden Aktionär oder Gruppe einzeln vornehmen. Es kam also nicht zum Auffeinandertreffen der Widerstandsbewegungen, damit ein Massenchaos ausbrechen hätte können.
MI
Administrator


Anmeldungsdatum: 01.11.2004
Beiträge: 1710
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 16. Dez 2007 21:12    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, meiner Meinung nach hast du die wichtigsten Punkte herausgearbeitet. Man kann das ganze natürlich noch feiner ausführen und erläutern - aber als Zusammentragen der verschiedenen Aspekte für einen Schulvortrag (?) ist das denke ich schon ganz gut.

Vielleicht kann man aber noch auf zwei zusätzliche Punkte eingehen:
1. Zu Beginn der NS-Herrschaft stand ja auch ein großer Teil HINTER dem NS-Regime und ein etwa gleich großer Teil war dagegen (also eher auf dem linken Flügel zu finden), aber die NS-Schlägertrupps haben die Sache dann schnell zu ihrem Gunsten entschieden und die Bevölkerung gleichzeitig eingeschüchtert, d.h.: Das Ganze ging SO schnell, dass sich kein Widerstand formieren konnte, weil die Bevölkerung sich noch nicht entschieden hatte, auf welcher Seite sie denn nun stand...
2. Vielleicht sollte man im Hinblick auf die Militärs auch noch erwähnen, dass sie der Weimarer Republik ja ohnehin mit Skepsis gegenüberstanden, kam die militärische Führung doch aus dem alten preußischen Adel. Zuerst unterschätzte man Hitler also und dann war man nicht immer abgeneigt - immerhin hat er dem Militär wieder seine alte Stärke zurückgegeben...

Aber insgesamt glaube ich ist der wichtigste Punkt die mangelnde Organisation unter den Widerstandsgruppen, bzw. den Widerstandsbereiten, was wiederum auf das flächendeckende Polizeinetz zurückzuführen ist (das hast du ja beschrieben).

Wenn du übrigens noch Infos brauchst, oder Zeitzeugenberichte, dann würde ich mich ja hier einmal umtun: http://www.gdw-berlin.de/publ/pu-bei-d.php

Gruß
MI

_________________
I have seen war, I hate war
Franklin D. Roosevelt
fiiny



Anmeldungsdatum: 16.12.2007
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 16. Dez 2007 21:32    Titel: Antworten mit Zitat

danke schön. ich werde deine ergänzungen noch mit einarbeiten und für die quellen habe ich genug aus den zeitschriften der bpb.
MI
Administrator


Anmeldungsdatum: 01.11.2004
Beiträge: 1710
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 16. Dez 2007 21:53    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Ergänzung aber noch zu meinem Kommentar (hab gerade noch einmal drübegelesen Augenzwinkern ).

Es scheint mir, dass es so rüberkommt, als dass die GESAMTE Militärführung der WR skeptisch gegenüber stand. Dem ist natürlich NICHT so - von Schleicher und von Hindenburg z.B. waren durchaus weltoffen/konservativ und eher gegen den Nationalsozialismus eingestellt, doch niemand widersprach und spätestens nach dem 3. Februar 1933 begannen viele dann bereitwillig mit Hitler zu kooperieren (aus den weiter oben angegebenen Gründen).

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