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PALÄSTINA KONFLIKT / NAHOST KONFLIKT
 
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Gangstapupil
Gast





BeitragVerfasst am: 15. Nov 2004 12:50    Titel: PALÄSTINA KONFLIKT / NAHOST KONFLIKT Antworten mit Zitat

hi also muss bald einen referat abgeben benötige eure hilfe !!!!!
ich brauche eure ansichten eure gedanken
was denkt ihr über den nahen osten ?????????????
habt ihr irgendwelche hitergründliche Informationen ????
was kann man dagegen machen????
in wiefern ist deutschland damit betroffen?????
wer trägt die hauptschuld ?????

all solche fragenstellungen würed mich mal interessieren hab schon einiges gelesen und hab meine begrenztes wissen ein wenig erweitern können aba 20 hirne sind besser als eins Augenzwinkern

also sagt pliz eure meinungen !!!!!!!!!!!!!!
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Ehrenmoderator


Anmeldungsdatum: 08.09.2004
Beiträge: 701

BeitragVerfasst am: 15. Nov 2004 14:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,
tja jetzt, wo Arafat, der Fürhrer der Palästinensa gestorben ist, wird es wohl noch turbulenter da unten. Hoffentlich können sich Israel und die neue Palästinenserführung bald einigen. Deutschland könnte eine wichtige Vermittlungsrolle zwischen diesen beiden Völker sein.
Hier habe ich mal eine geschichtliche Zusammenfassung des Konflikts:
http://www.hls.sha.bw.schule.de/konflikt/israel/israel.htm
MI
Administrator


Anmeldungsdatum: 01.11.2004
Beiträge: 1710
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 15. Nov 2004 19:52    Titel: Antworten mit Zitat

@GoTo
Der Link ist nicht schlecht Thumbs up!

Und zur "Meinung":
Das eigentliche Problem liegt meiner Meinung darin, dass beide Parteien einen berechtigten Anspruch auf das Land erheben, aber nicht zusammen einen Staat gründen wollen. Sharon scheint meiner Meinung nach nicht unbedingt auf einen Frieden aus, und Arafat wollte den Frieden nicht um jeden Preis, d.h. er wollte den Palästinensischen Staat erhalten.
Wer jetzt wirklich "Schuld" an dem Konflikt hat, kann man nicht klären, aber einen grossen Teil davon haben sicherlich die Engländer und Amerikaner, die die Juden ohne Rücksicht auf die Palästinenser nach Israel geschickt haben und ihnen dort einen Staat gegründet haben.
Unter den Voraussetzungen konnte das ja schon nicht klappen.

Von wegen Vermittlerrolle Deutschland:
Ich fürchte, dass das nicht so klappen wird. Der Deutsche Einfluss ist nicht gross genug, um wirklich etwas zu reissen. Das können (leider) nur die Amis. Aber wenn sie den Deutschen eine Rolle zusprechen würden, dann würden die Leute das dort akzeptieren.
Meiner Meinung nach sollte sich die EU dort ein wenig einschalten, um ihren Einfluss im Ausland zu erhöhen, denn der ist viel zu klein.

Gruss
MI

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Ehrenmoderator


Anmeldungsdatum: 08.09.2004
Beiträge: 701

BeitragVerfasst am: 16. Nov 2004 17:16    Titel: Antworten mit Zitat

Mit dem Einfluss Deutschlands gebe ich dir recht. ich kann mir auch gut vorstellen, dass die beiden Parteien gar kein Deutschland als vermittler wollen. Geschichtlich gesehen können die Deutschen ja nicht gerade die "große Friedenspolitik" vorweißen (1+2 Weltkrieg).
Aber warum unbedingt die EU?
Soll sich doch die "Weltpolizei" USA einschalten! Wenn wir ehrlich sind, was geht uns Europa dieser Konflikt an, wo keine Seite bereit ist nachzugeben?
MI
Administrator


Anmeldungsdatum: 01.11.2004
Beiträge: 1710
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 16. Nov 2004 21:01    Titel: Antworten mit Zitat

Tja, das liegt einfach daran, dass mir die Einstellung der "Weltpolizei" nicht wirklich gefällt. Zu wenig Leute innerhalb der USA wissen etwas über Europa (ich war da, kann es bestätigen).
Kein europäisches Land hat einen grossen diplomatischen Einfluss, auch aufgrund dessen, dass die Bevölkerungszahl einfach nicht gross genug ist, und das einzige Land, was eine "ordentliche" Bevölkerungszahl, und eine international hoch anerkannte Wirtschaft hat, wäre vielleicht Deutschland, die sich aber klugerweise nicht mit der Diplomatie in anderen Ländern befassen. In der EU aber leben jetzt über 400 Millionen Menschen, d.h. die Population ist grösser als die der Amerikaner. Europa ist der Wende- und Angelpunkt der Weltwirtschaft (auch wenn die Amis es nicht gerne hören, aber in Europa gibt es mehr Handel, mehr Investitionen, höheres BIP), nur in Sachen Diplomatie sind wir ne Niete.
Und weil ich gerne einen Gegenpol zur "Weltpolizei" hätte, sehe ich die EU als beste Möglichkeit einen zu schaffen.
Ausserdem ist Europa praktisch neben diesen Ländern und sie haben über die Türkei direkten Einfluss auf Europa.

Ich hoffe, dass ist jetzt klar geworden Augenzwinkern
Gruss
MI

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pfnuesel



Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 120
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BeitragVerfasst am: 16. Nov 2004 21:54    Titel: Antworten mit Zitat

MI hat Folgendes geschrieben:
Europa ist der Wende- und Angelpunkt der Weltwirtschaft (auch wenn die Amis es nicht gerne hören, aber in Europa gibt es mehr Handel, mehr Investitionen, höheres BIP)


ähem, und wieso ist nach wie vor die amerikanische Börse tonangebend? Die Wirtschaftswelt ist aber so was von eindeutig in amerikanischer Hand.
MI
Administrator


Anmeldungsdatum: 01.11.2004
Beiträge: 1710
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BeitragVerfasst am: 17. Nov 2004 14:27    Titel: Antworten mit Zitat

@pfnusel
Das mit der Börse liegt daran, dass es in Amerika zwei grosse Börsen gibt, in Europa viel mehr (DAX Xetra, FTSE100, CAD40, MIBTEL, um nur einige zu nennen). Es gibt keine Europäische Börse.
Und zur Wirtschaftswelt: Auch hier stimmt es, dass Amerika im Vergleich zu einzelnen Ländern wirtschaftlich nicht zu übertreffen ist, allerdings liegt das Gesamtvolumen der USA bei knapp 10 Billionen $, während das der EU bei über 10 Billionen $ liegt. Nur macht sich die Stärke der Industrie nicht so bemerkbar, weil die EU noch eine Handelsgesellschaft ist, kein federaler Staat.
Ausserdem hat der Dollar ganz klar an Stärke eingebüsst, und die Währung ist ein ganz klares Zeichen der Wirtschaft.

Zahlen (entnommen aus dem Buch: Géographie pour 1re S)

Anteil am Bruttosozialprodukt der Welt: (Zahlen von 2000)
USA: 31%
Europa (EU): 27%
Europa (Gesamt): 33%

Investitionen (in Milliarden US$)
Europa: 3260
USA: 1245

Anteil am Welthandel:
Europa: 44,7%
USA: 21,9%

Hoffentlich erklärt das meinen Standpunkt Augenzwinkern

Gruss
MI

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pfnuesel



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BeitragVerfasst am: 17. Nov 2004 15:35    Titel: Antworten mit Zitat

Die Zahlen mögen alle Stimmen, doch sagen nackte Zahlen meist wenig aus.

Auch gut möglich, dass die amerikanische Börse tonangebend ist, weil es in Europa mehrere einzelne Börsen gibt, aber das ändert nichts daran, dass die amerikanische Börse marktbestimmend ist (bzw. würde frühestens dann etwas ändern, wenn sich die einzelnen europäischen Börsen zusammenschliessen). Hier in Zürich richten sich auf jeden Fall alle Augen auf Amerika und nicht selten sind massive Kurskorrekturen zu verzeichnen, wenn der Dow Jones anders eröffnet als erwartet.

Dass Europa zahlenmässig Amerika mindestens ebenbürtig ist will ich nicht bestreiten, doch bevor wir auch wirklich von wirtschaftlicher Macht reden können (im gesamteuropäischen Raum), müssen wir zuerst Einheit demonstrieren und da haben wir bisher noch nicht brilliert.

Ausserdem ist es fraglich, ob es der EU zu wirtschaftlicher Stärke verhilft, wenn während einer Rezession die Osterweiterung durchgeführt wird. Doch sollten bei Themen wie der Osterweiterung nicht wirtschaftliche Fragen im Vordergrund stehen: "Osterweiterung bedeutet Horizonterweiterung" (NZZ Folio).

Achja, ich bin übrigens kein Europäer. Augenzwinkern
MI
Administrator


Anmeldungsdatum: 01.11.2004
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BeitragVerfasst am: 17. Nov 2004 16:39    Titel: Antworten mit Zitat

Du hast Recht pfnuesel, die Einheit muss fest werden (bzw. noch entstehen).
Ich weiss übrigens nicht so unbedingt ob die Osterweiterung SO schlecht ist. Im Osten haben wir einen grossen Wirtschaftswachstum. Vielleicht können diese Länder in fünf bis zehn Jahrne auch die grossen ein wenig mitziehen (obwohl sie noch nicht gleichgezogen haben werden, das erwarte ich in ca. 40 Jahren).
Also: Europa ist im Aufbau, deswegen sollte es anfangen Stärke zu demonstrieren (und nicht wie die Briten den Amis alles nachmachen, dass führt auf die Dauer zu nichts).

Und von wegen nicht Europäer: Eines Tages werden die Schweitzer der EU beitreten, wann, dass weiss ich nicht Augenzwinkern . Aber gewissermassen kann ich euch ja verstehen. Die Schweitz lebt ganz gut davon, dass sie nicht so dämlich waren und sich in jedes Gemetzel eingemischt haben.

Gruss
MI

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kikil



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BeitragVerfasst am: 21. Nov 2004 13:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ein sehr gutes und beeindruckentes Buch zum Thema:
Amal Rifa'i und Odelia Ainbinder (mit Silke Tempel)
Wir wollen beide hier leben - Eine schwierige Freundschaft in Jerusalem
Rowohlt Verlag Berlin

Das Buch ist 2003 erschienen. Eine deutsche Nahost-Journalistin organisiert ein Treffen zwischen einem jüdischen und einem palästinensischem Mädchen. Im Buch ist der Briefwechsel zwischen den beiden festgehalten, ebenso wie Interviews mit Verwandten und die Gespräche bei den treffen.

Viel Spaß beim Lesen und Nachdenken!!!!
Wink Kikil

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Historix
Gast





BeitragVerfasst am: 24. Nov 2004 18:36    Titel: Nahost Antworten mit Zitat

Hier tun sich ja Abgründe auf...Jedenfalls hat niemand "die Juden" irgendwohin geschickt. Und schon gar nicht Amerikaner und Briten. Maßgeblich bei der israelischen Staatsgründung war die Erfahrung der Shoah zum einen und -zunächst!- der Einfluß der UdSSR (Molotov!), die erst später dezidiert pro-arabisch wurde. Empfehle: Tom Segev, "Die siebte Million", hervorragendes Standardwerk.
MI
Administrator


Anmeldungsdatum: 01.11.2004
Beiträge: 1710
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 24. Nov 2004 19:28    Titel: Antworten mit Zitat

@Historix

Klar das die jüdische Bevölkerung gerne wieder in ihrem "Heimtland" also dem Land ihrer Vorfahren leben wollten. Möglich gemacht haben das aber die Amerikaner und die Engländer (sowie die UNO, eigentlich war es ihr Plan, aber das Land gehörte den Engländern). Das war damit gemeint Augenzwinkern .

http://www.derriere.de/Israel/Nahostkonflikt_8.htm
http://www.bpb.de/publikationen/16ARUQ,1,0,Israel_kein_Staat_wie_jeder_andere.html
http://www.ifdt.de/0401/Artikel/watzal.htm

Und Russen finde ich da auch nirgendwo grübelnd . Wo das vielleicht herkommt, ist von einem Artikel, welcher in einer Össterreichischen Zeitung erschienen ist (allerdings im Feuilleton, weil auch die Zeitung das eigentlich nicht veröffentlichen wollte).
Hier der Link

Also: Deine Version weicht von sämtlichen Beschreibungen ab, die ich je gehört habe (inklusive der schulischen Erklärungen), und ich habe alle Artikel der ersten Seite von Google untersucht (also die Artikel, die auf oftbesuchten Seiten stehen).

Gruss
MI

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Franklin D. Roosevelt
ella
Gast





BeitragVerfasst am: 02. März 2005 16:44    Titel: Der Nahostkonflikt Antworten mit Zitat

hey! muss da jetzt auch mal meinen senf dazu geben:

ich glaube nicht, dass es in diesem Konflikt irgendeinen sinn hätte in "böse" und "gut" einzuteilen. der streit um dieses gebiet ist jahrhunderte alt. im großraum des ehemaligen palästina sind unzählige menschen gestorben, weil alle möglichen nationen und völkergruppen das gebiet für sich beanspruchten.
ich hab vor einiger zeit ein (um meine mitschüler nicht zu überfordern recht einfach dargestelltes) referat über die wurzeln und die entwicklung des konfliktes geschrieben.
vl interessierts ja jemanden :

Der Nahostkonflikt

Die Wurzeln des Konflikts liegen mehr als 2000 Jahre zurück.

Als das Judentum in Ägypten entstand, war dies eine Revolution des Glaubens. Die erste monotheistische Religion war geboren.

Auf der Flucht in das Land „wo Milch und Honig fließt“, breiteten sich Hebräer an der südöstlichen Küste des Mittelmeeres aus. Es entstand der Staat Judäa im damaligen Palästina.

Nach der endgültigen Zerstörung des jüdischen Staates und der Vertreibung der Juden durch die Römer um die erste Jahrhundertwende nach Christus zerstreute (Diaspora) sich das Volk in alle Richtungen, so dass nur noch eine Minderheit in ihrem heiligen Land zurückblieb.

Das Judentum bezeichnet die Gesamtheit aus Kultur, Geschichte und Glaube eines Volkes. Diese Gemeinsamkeit war der Grund dafür, dass sich Juden, als geschlossenes Volk verbreiteten.

Aus dem gesamten Gebiet wurde die römische Provinz Palästina. Unter der Herrschaft der Römer entwickelte sich das Christentum aus dem jüdischen Glauben, dass sich immer mehr abspaltete.

622 nach Christus entstand der Islam, dieser breitete sich bis zum Tod des Propheten Mohammed auf der gesamten arabischen Halbinsel aus. Erst 638 nach Christus kapitulierte die völlig isolierte Stadt Jerusalem unter der Belagerung der Araber.

Dieses Land wurde das Zentrum der drei monotheistischen Religionen, was auch dazu führte, dass die folgenden 1300 Jahre von Eroberung und Besetzung geprägt waren:

1099 fielen die Kreuzritter im Namen des Christentum in das Land ein und richteten ein Blutbad an Juden und Moslems an.

1187 gelang es dem Sultan von Ägypten Salah al Din Jerusalem wieder unter arabischer Herrschaft zu bringen.

1517 fiel Jerusalem in die Hände der Osmanen. Dies war der Höhepunkt des Osmanischen Reiches.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand der Zionismus, eine Nationalbewegung der Juden. Theodor Herzl schreibt 1896 erstmals über die Judenfrage. In seinem Buch „der Judenstaat“ äußert er explizit den Wunsch nach einem Staat für das Volk der Juden in Palästina. Anfangs noch als Utopie bezeichnet setzt um die Jahrhundertwende eine zionistische Einwanderungsbewegung ein und Tel Aviv wird die erste moderne jüdische Stadt in Palästina.

1917 Wurde das osmanische Reich durch die Briten zerschlagen und der Völkerbund erteilten Großbritannien Zerschlagung des Osmanischen Reiches durch Briten das Mandat Palästina treuhändisch zu verwalten. Die britische Regierung versprach den Zionisten, dass sie ihre Pläne, in Palästina eine Heimstätte für das jüdische Volk zu schaffen, unterstütze, gleichzeitig hieß es in der Balfour - Deklaration, dass die Rechte der ansässigen Bevölkerung, also der mehrheitlich muslimischen Palästinensern, gewahrt werden müssten. Dieses Versprechen wurde jedoch nur teilweise erfüllt, obwohl es bis zum Zweiten Weltkrieg eine autonome palästinensische Regierung gab.
Die britische Mandatszeit war geprägt durch wachsende Unzufriedenheit der arabischen Bevölkerung und eine Erstarkung militanter nationalistischer Gruppen. Es kam zu zahlreichen arabischen Aufständen in den 20er und 30er Jahren und auch auf jüdischer Seite entstanden Untergrundorganisationen Anschläge auf Briten und Massaker an Arabern verübten.

Im zentralen Europa wuchs inzwischen der von den Nationalsozialisten geschürte Hass gegen die Juden.

Die Reichskristallnacht am 09.November 1938, in der im ganzen deutschen Reich die Synagogen brannten und jüdische Geschäfte zerstört wurden, war wohl der deutlichste öffentliche Ausdruck des so genannten "Volkszorn" gegen die jüdische Rasse. Zigtausende Juden wurden deportiert und getötet.
Der Holocaust hinterließ eine große Wunde in der jüdischen Geschichte.

Noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges als der Antisemitismus in Europa einen neuen Höhepunkt erreicht hatte beginnen neuerliche Immigrationswellen die tausende Juden in den Nahen Osten brachten.

Es häuften sich Unruhen zwischen den ansässigen Arabern und den ankommenden Juden. Beide Gruppen militarisierten sich und verübten Anschläge aufeinander.

Als Großbritannien sein Mandat über Palästina auf die Empfehlung einer UNO – Sonderkommission nach dem zweiten Weltkrieg abgab, stellte die UNO am 29. November 1947 einen Teilungsplan (Resolution 181) auf, nach dem ein jüdischer und ein arabischer Staat gegründet werden sollten. Während die Juden diesen Plan begrüßten, wurde er von den Arabern nicht als bindend angesehen und vehement abgelehnt.

Ein sofort einsetzender intensiver arabischer Widerstand löste einen weiteren Bürgerkrieg aus.
Am 14. April 1948 endete das britische Mandat und schon am nächsten Tag erklärte die provisorische Regierung unter David Ben Gurion die Unabhängigkeit des Staates Israel.

Daraufhin fielen die Armeen der arabischen Nachbarländer (Libanon, Ägypten, Transjordanien, Syrien, und Irak) in Israel ein. Obwohl sie dem israelischen Heer weit überlegen waren konnten sie diesen Krieg nicht für sich entscheiden und die Israelis konnten alle wichtigen Positionen mit Ausnahme der Altstadt von Jerusalem behaupten.
Erst 1949 wurde der 1. israel.- arab. Kriege durch einen Waffenstillstand, nicht jedoch durch einen Friedensbeschluss beendet.
Viele der unzähligen palästinänsischen Flüchtlinge aus dieser Zeit warten bis heute in den Nachbarstaaten Libanon, Jordanien und Ägypten auf eine Rückkehrbewilligung.

1956 verschärfte sich der Konflikt zwischen Israel und Ägypten.Der neue Präsident Ägyptens Gamal Abdel NASSER verstaatlichte den Suez-Kanal und sperrte ihn für israelische Schiffe. Dies führt dazu, dass Israel mit britischer und französischer Unterstützung in Ägypten einfällt und bis zum Suezkanal kommt. Erst ein Jahr später räumt Israel die Sinai Halbinsel wieder.
Die britisch-französische Intervention wurde daher von den USA und der UNO verurteilt, im März 1957 wurden Großbritannien und Frankreich zum Waffenstillstand und Rückzug gezwungen.

Mehr als 16 Jahre nach der Gründung des Staates Israel bekommen auch die Palästinenser eine Volksvertretung. 1964 in Jerusalem die Palästinensische Befreiungsorganisation (Palestine Liberation Organization), kurz PLO gegründet, um mit friedlichen Mitteln die Gründung eines unabhängigen arabischen Staates zu erreichen und Palästina von den Israelis zu befreien. Ihr Vorsitzender ist seit 1969 Jassir Arafat.

1967 bricht nach massiven Drohgebärden des ägyptischen Präsidenten der Sechstagekrieg aus. Israel fällt wieder in arabisches Territorium ein und erklärt allen arabischen Nachbarländern, also Jordanien, Ägypten und Syrien den Krieg. Es besetzt das Westjordanland, die Golanhöhen und die Sinaihalbinsel.

Die Staatengemeinschaft ruft Israel zum sofortigen Rückzug auf. Es entsteht die Resolution 242 die den Erwerb von Territorien durch Krieg für unzulässig erklärt und fordert Israel zum Abzug aus besetzten Gebieten auf. Diese Forderung wird allerdings nur im Fall der Sinai-Halbinsel erfüllt.
Gleichzeitig einigen sich auch die Araber darauf, dass mit Israel kein Friede zu schließen ist und anerkennen den Staat auch zwanzig Jahre nach der Gründung nicht an.

1969 wird Yassir Arafat zum PLO Vorsitzenden. Er ruft zum bewaffneten Widerstand gegen den Besatzer Israel auf.

Inzwischen sind Palästinenser nicht nur Opfer israelischer sondern auch arabischer Gewalt.
1972 schlägt König Hussein von Jordanien, der in der PLO eine Gefahr für seine Herrschaft sieht einen palästinensischen Aufstand blutig nieder,(schwarzer September). Die PLO verlegt ihren sitz von Jordanien in den Libanon.

Im Jom-Kippur-Krieg (oder "Oktoberkrieg") 1973 erzielen Ägypten und Syrien durch einen Überraschungsangriff am höchsten jüdischen Feiertag Anfangserfolge gegen Israel. Teile des Sinai- Habinsel werden von ägyptischen Truppen besetzt. Allerdings gelingt es Israel nach einigen Tagen die ägyptischen Truppen zurückzuschlagen. Der Krieg wird unter massiven Druck der USA beendet.

Nachdem die Arabischen Erdölfördernde Staaten Erdöl als politisches Druckmittel verwenden und Embargos gegen Israel verhängen, bekommt Ägypten weiteren Verhandlungsspielraum.

1978 gelingt unter der Führung von US- Präsidenten Jimmy Carter das Unmögliche:
in Camp David unterzeichnen der ägyptische Präsident Anwar - al Sadat und der israelische Premierminister Menachem Begin ein Friedensabkommen .
Am 26.März 1979 tritt der Friedensvertrag in Kraft. Kurz darauf wird der ägyptische Präsident auf einer Militärparade von Islamisten erschossen.

1982 marschiert Israel wieder in arabisches Territorium ein und vertreibt die im Libanon ansässige PLO. Diese verlegt ihren Sitz diesmal nach Tunesien.

Erklärtes Ziel der PLO war es lange Zeit einen Staat auf dem Gebiert von ganz Palästina zu errichten, grenzten diese Vorstellung allerdings auf die Territorien des Westjordanlandes und des Gazastreifen ein. Das israelische Existenzrecht wurde offiziell erst 1998 anerkannt.
Aus israelischer Seite ist heute noch ein Großteil der Bevölkerung gegen eine palästinensische Staatsgründung.

In den 60er und 70er Jahren ist die PLO für einige Anschläge auf Israelis und Juden verantwortlich. Oftmals wurde und wird von Seiten der (arabischen) Palästinenserorganisationen davon gesprochen, die "Juden ins Meer zu treiben", was zu großem Misstrauen von Seiten Israels gegenüber den Arabern führte.

Die meisten Gebiete im Westjordanland und dem Gazastreifen sind unter israelischer Kontrolle, einige palästinensische Städte und Dörfer werden seit dem Oslo-Abkommen 1993 von der palästinensischen Autonomiebehörde verwaltet.

Nach der Besetzung errichtete Israel zahlreiche israelische Siedlungen, für die teilweise palästinensisches Land konfisziert wurde. Diese Siedlungspolitik wird von den nicht-israelischen Palästinensern vehement kritisiert. Viele verschiedene Quellen sprechen von "besetzten palästinensischen Gebieten" wenn sie Palästina oder Teile davon meinen.
Besonders umstritten ist das Rückkehrrecht für die Palästinensischen Flüchtlinge, die im Zuge der Staatsgründung Israels ihre Heimat verlassen haben, die heute in Israel liegt. Die Palästinenser fordern das Rückkehrrecht für alle damaligen Flüchtlinge (etwa 600.000) und deren Nachkommen (um die 6 Millionen, nach palästinensischen Angaben 8,5 Millionen). Israel verweigert dies bis dato, da dies aufgrund der hohen Nachkommenzahl der damaligen Flüchtlinge einer Auflösung des Staates Israel gleichkommen würde.

Ein weiteres ungelöstes Problem ist der zukünftige Status von Jerusalem, das beide Seiten als Hauptstadt beanspruchen.

Der dritte Streitpunkt geht um das Fortbestehen der von Israel seit 1967 in den besetzten Gebieten errichteten jüdischen Siedlungen, in denen mittlerweile etwa 200 000 Israelis leben. Diese Siedlungen werden weithin als "völkerrechtwidrig" gesehen.

Gewaltsam eskalierte der Konflikt seit dem Ausbruch der 1. Intifada 1987 , einem Aufstand der Palästinenser in den israelisch besetzten Gebieten. Im so genannten "Krieg der Steine", der bis 1991 dauerte, kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen der israelischen Armee und aufständischen Palästinensern.

Es gab und gibt viele Versuche, den Konflikt friedlich beizulegen. Große Hoffnungen machte das 1993 geschlossene Oslo-Abkommen, das einen Abzug der israelischen Armee aus dem Westjordanland und dem Gazastreifen sowie eine palästinensische Selbstverwaltung in diesen Gebieten vorsah. Konfliktträchtige Punkte wie die Jerusalemfrage oder das Flüchtlingsproblem wurden dabei vertagt. Dieser "Oslo-Prozess" ist jedoch ins Stocken geraten, nachdem bei einem Treffen zwischen dem PLO-Führer Arafat und dem israelischen Premierminister Barak 2000 in Camp David keine Einigung erreicht wurde.

In der Folge nahm die Gewalt wieder zu, besonders seit Beginn des zweiten palästinensischen Aufstands, der Al-Aksa-Intifada nach Ariel Scharons Besuch des Tempelbergs im September 2000, der von den Palästinensern als Provokation betrachtet wurde. Allerdings gibt es glaubwürdige Quellen, die zeigen, dass der bewaffnete Aufstand schon vorher geplant wurde. Die 2. Intifada oder Al-Aksa-Intifada ist im Unterschied zur 1. Intifada ein bewaffneter Aufstand, der immer wieder in Selbstmordattentaten auf israelische Zivilisten gipfelt. Im Zuge der folgenden "Vergeltungsschläge" der israelischen Armee wurden weite Teile der Infrastruktur in den palästinensischen Gebieten zerstört.
Die jüngste Entwicklung ist geprägt durch eine massive Zahl an Selbstmordanschlägen islamistischer Organisationen auf israelische Zivileinrichtungen. Im Mai 2003 marschierten israelische Truppen in die Westbank und den Gazastreifen ein. Die dort vom israelischen Präsidenten Ariel Scharon betriebene Strategie der "Zerstörung der terroristischen Infrastruktur" hatte die Zerstörung der Einrichtungen der palästinensischen Autonomiebehörde, sowie Teilen der zivilen palästinensischen Infrastruktur zur Folge.

Im Jahr 2003 begann die israelische Regierung mit der Errichtung eines Sperrwalls. Diese Mauer macht das passieren für palästinensische Einwohner nur mit ausdrücklicher Erlaubnis möglich, Juden und Israelis hingegen können problemlos passieren.

Begründung wurde angegeben, palästinensische Selbstmordattentäter sollten nicht mehr auf israelisches Territorium vordringen können.
Dieser Sperrzaun wird international und auch von der UNO als menschenrechtswidrig und nach internationalem Recht als illegal angesehen.
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