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susanne1982 Gast
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Verfasst am: 08. Nov 2004 16:41 Titel: Historische Wahrheit |
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Hallo an alle!
Ich soll eine Quelle hinsichtlich ihrer "historischen Wahrheit" untersuchen. Ich habe auch eine Art Definition in meinem Studienheft vorliegen, jedoch hilft mir diese nicht weiter. Sie lautet:
" Sich um historische Wahrheit bemühen heißt, den Abbild-Charakter jeder Quelle zu durchschauen: den zeit- und gesellschaftsbedingten Standort des Verfassers, dessen Adressaten und Absichten feststellen, und - wenn es geboten erscheint - auch sein "falsches Bewusstsein" zu berücksichtigen, um auf diesem Wege kritischer Sichtung der objektiven Wirklichkeit Schritt für Schritt ansichtig zu werden".
Kann mir jemand sagen, was genau damit gemeint ist bzw. wie ich vorzugehen habe um zur "historischen Wahrheit" zu gelangen?
Viele Grüße
Susanne |
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pfnuesel
Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 120 Wohnort: Zürich
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Verfasst am: 08. Nov 2004 19:11 Titel: |
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Das war zwar nie meine Stärke, aber ich glaube zu wissen was in etwa gemeint ist.
Beispiel:
"De origine et situ Germanorum" ist ein Werk des Geschichtschreibers Tacitus. In diesem Werk beschreibt er die germanischen Völker. Er stellt sie über das Römische Reich, welches angeblich unter Sittenverfall leidet, und idealisiert sie sogar stellenweise.
Waren die Germanen wirklich so? Natürlich nicht. Jede historische Quelle ist zugleich eine subjektive Quelle und deshalb muss sie auf ihre "historische Wahrheit" geprüft werden. |
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susanne1982 Gast
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Verfasst am: 09. Nov 2004 00:44 Titel: |
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Ich denke zu wissen was du meinst. Jedoch sollen wir die Quelle nicht auf "richtig" oder "falsch" sprich objektiv untersuchen, sondern eben auf die "historische Wahrheit" in der es angeblich nicht um richtig oder falsch geht. Deshalb weiß ich nicht, was damit gemeint ist.
Vielleicht bin ich auch etwas schwer von Begriff(sorry). Ich will es nur verstehen können.
Susanne |
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Gast
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Verfasst am: 09. Nov 2004 01:01 Titel: Re: Historische Wahrheit |
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| Zitat: | | Sich um historische Wahrheit bemühen heißt, den Abbild-Charakter jeder Quelle zu durchschauen: | Sprich um die "Wahrheit" zu erkennen muss man auch zwischen den Zeilen lesen, und zwar wie folgt:
| Zitat: | | den zeit- und gesellschaftsbedingten Standort des Verfassers, dessen Adressaten und Absichten feststellen, | Das Umfeld des Verfassers (die Zeit, der Ort, sein direktes Umfeld, ...) und dessen Absichten und sein "Zielpublikum" beabsichtigen
| Zitat: | | und - wenn es geboten erscheint - auch sein "falsches Bewusstsein" zu berücksichtigen, | Lügen als Lügen entlarven
| Zitat: | | um auf diesem Wege kritischer Sichtung der objektiven Wirklichkeit Schritt für Schritt ansichtig zu werden. |
So kann man sich der Wirklichkeit annähern |
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pfnuesel
Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 120 Wohnort: Zürich
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Verfasst am: 09. Nov 2004 08:52 Titel: |
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| susanne1982 hat Folgendes geschrieben: | | Ich denke zu wissen was du meinst. Jedoch sollen wir die Quelle nicht auf "richtig" oder "falsch" sprich objektiv untersuchen, sondern eben auf die "historische Wahrheit" in der es angeblich nicht um richtig oder falsch geht. Deshalb weiß ich nicht, was damit gemeint ist. |
Man kann geschichtliche Dokumente nicht als vollständig richtig oder falsch bezeichnen.
Das obige Beispiel von Tacitus ist weder richtig, noch falsch. Es beschreibt sehr genau einige Zustände bei den Germanen, nicht umsonst wird es als beste Quelle über den Altgermanismus bezeichnet. Trotzdem muss man auch die Vorurteile, Gesinnung oder eben die in der Definition genannten Umstände mit berücksichtigen.
Wenn zu der Zeit jemand einen Brief an einen Römischen König geschrieben hat, so dürfte er voll des Lobes über das Römische Volk gewesen sein. Wenn er den Brief an einen Germanen-Führer geschrieben hat, so wird wohl wenig gutes über die Römer drin stehen. Wie auch immer: Beide Briefe sind nicht richtig oder falsch, der eine hebt nur andere Sachen hervor und verschweigt wiederum andere Gegebenheiten um den Adressaten zu beeinflussen. |
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