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Kaiserwechsel Roms
 
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Lukrezia
Gast





BeitragVerfasst am: 15. Jun 2005 14:28    Titel: Kaiserwechsel Roms Antworten mit Zitat

Hallo alle zusammen ,

im alten Rom gab es ja sehr , sehr viele Kaiser.
Die Kaiser wechselten zum Teil schnell und zum teil nicht ganz so schnell , aber die Herrschaft wechselte jedes mal.

Was genau bedeuted dieser ständige Kaiserwechsel? mit dem Kaiserwechsel verändert sich auch die Reierungsart. Was genau bedeutete dies? Für das Volk , für die Regierung usw?
Welche Vorteile ergibt sich daraus oder welche Nachteile???

Gruß
Lukrezia
MI
Administrator


Anmeldungsdatum: 01.11.2004
Beiträge: 1710
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 15. Jun 2005 21:17    Titel: Antworten mit Zitat

Viele Kaiser bedeutet auch: Viele Regierungsarten - da hast du vollkommen Recht.

Die Vorteile die sich daraus erbegen hängen natürlich von den verschiedenen Kaisern ab. Wenn ein Kaiser zum Beispiel in der Außenpolitik viel gemacht hat (z.B. viele Kämpfe), dann könnte es insgesamt sicherer werden.
Die Nachteile liegen schon aufgrund der RegierungsART (ein Kaiser) auf der Hand. Viele verschiedene Kaiser haben auf verschiedene Weise das Land herabgewirtschaftet und für sich ausgebeutet.
Zudem war das Reich ja auch sehr groß und ist aufgrund seiner Größe und der maroden Wirtschaft schließlich zusammengefallen (Anfang des Mittelalters).

Beispiele habe ich leider nicht für meine Hypothesen. Vielleicht kennt sich da jemand besser aus.

Gruß
MI

_________________
I have seen war, I hate war
Franklin D. Roosevelt
Gast






BeitragVerfasst am: 15. Jun 2005 23:00    Titel: Antworten mit Zitat

Das mit der Aussenpolitik sehe ich genauso. Wenn ein Kaiser viele Kämpfe geführt hat , dann vergrößerte er ja auch das Reich.
Im halten Rom herrschten ja auch viele Kaisermorde. zum Teil , weil einige auf die Thronfolge scharf waren und zum anderen weil der Kaiser nicht gut regiert hatte.Zum Beispiel wenn er mit den Finanzen Verschwenderisch war...
GoTo
Ehrenmoderator


Anmeldungsdatum: 08.09.2004
Beiträge: 701

BeitragVerfasst am: 16. Jun 2005 18:25    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn du diese Morde ansprichst, musst du diese unbedingt mit den legionen verknüpfen. Oftmals waren die Kaiser sogenannte Soldatenkaiser. Diese hatten einen mächtigen Einfluss auf die Legionen. Und was ist ein besseres Argument für die Kaiserkrone, als Militärischemacht?.
Lukrezia
Gast





BeitragVerfasst am: 18. Jun 2005 10:33    Titel: Antworten mit Zitat

Ist es wahr , dass die Kaiser nie einen eigenen Sohn auf dem Thron hatten , sondern nur Adoptivsöhne?
Wenn ja wieso???
Nebu



Anmeldungsdatum: 04.06.2005
Beiträge: 42
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2005 11:23    Titel: Antworten mit Zitat

Du meinst in der Thronfolge?

Nein, das ist definitiv nicht war.
1. Vespasianus (69 - 79) = Nachfolger sein Sohn Titus (79 - 81)
(Der Nachfolger Titus war Domitianus (81 - 96/ zweiter Sohn des Vespasianus)
2. Marcus Aurelius (161 - 180) = Nachfolger sein Sohn Commodus (180 - 192/ Vorausgesetzt er war tatsächlich der Sohn Marcus Aurelius. Ich zitiere mal aus den Kaiserbios:
"Allerdings war er naiv und von schlichter Denkart, was eigentlich gegen die These der Abstammung von Marcus Aurelius sprechen würde. ")
3. Septimius Severus (193 - 211) = Nachfolger seine Söhne Caracalla (211 - 217) und Geta (211/ wurde im auftrage seines Bruders Caracalla ermordet).
4. Gordianus I. (Vater) und Gordianus II. (Sohn) waren 211 beide gleichzeitig Kaiser.
5. Valerianus (Vater) und Gallienus (Sohn) ebenfalls Doppeltkaisertum (253 - 260/268)

Es gibt noch einige weitere Beispiele.

_________________
Im Übrigen bin ich der Meinung, das Karthago zerstört werden sollte!
Nebu



Anmeldungsdatum: 04.06.2005
Beiträge: 42
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2005 14:45    Titel: Antworten mit Zitat

Lukrezia hat Folgendes geschrieben:

Die Kaiser wechselten zum Teil schnell und zum teil nicht ganz so schnell , aber die Herrschaft wechselte jedes mal.


Zu Beginn war das Kaisertum in Rom relativ stabil (von einigen Ausnahmen abgesehen [Galba, Otho, Pertinax usw.]).
So richtig unsicher wurde es (wie GoTo schon erwähnte) mit dem Soldatenkaisertum. GoTos Hinweis auf die Macht der Legionen ist vollkommen richtig. Die Befehlshaber der Legionen merkten irgendwann, wie leicht es war sich zum Kaiser zu erklären (wenn die Heerführer es danach bis nach Rom schafften, stimmte der eingeschüchterte Senat der "Wahl" zu [was sollten die Senatoren auch anderes machen? traurig ).
Genauso schnell wandten sich die Legionen aber auch gegen ihre eignen Feldherren, wenn sie meinten (und meist war die Annahme richtig), das die Truppen des "Gegenkandidaten" ihnen überlegen waren. Auf diese Weise ist die "Mordorgie" während der Soldatenkaiser zu erklären.

Zitat:
Was genau bedeutend dieser ständige Kaiserwechsel? mit dem Kaiserwechsel verändert sich auch die Regierungsart.


Natürlich war die Regierungsform stark von der Persönlichkeit des Kaisers abhängig. Es gab die "besorgten Staatsdiener" (Augustus, Claudius, Vespasianus, Antoninius Pius, Marcus Aurelius usw.), es gab die "Tyrannen" (Caligula, Domitianus, Commodus [Nero ist bisschen komplizierter]) und jede Menge Kaiser die zu kurz da waren, um geschichtlich irgendwie von Bedeutung zu sein (Es gab auch Kaiser die trotz dreißig Regierungsjahren vollkommen unbedeutet waren [z. b. Valentinianus III]).

Zitat:
Was genau bedeutete dies? Für das Volk , für die Regierung usw?

Also, für das "einfache" römische Volk bedeutete das wohl nicht allzu viel. Jeder römische Kaiser sorgte für "Brot und Spiele". Damit war das einfache Volk oft zufrieden gestellt. Will sagen; selbst von den Untaten tyrannischer Kaiser waren mehr die Senatoren und Reichen betroffen, als das gewöhnliche Volk. Als Ausnahme könnte man Nero nehmen, vorausgesetzt er ist für den Brand Roms wirklich verantwortlich.
Besonders herausstechend ist Commodus der mit seiner Verschwendungssucht Rom fast ruinierte.

Wink

_________________
Im Übrigen bin ich der Meinung, das Karthago zerstört werden sollte!
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Ehrenmoderator


Anmeldungsdatum: 08.09.2004
Beiträge: 701

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2005 17:22    Titel: Antworten mit Zitat

Der Senat musste diesen selbsternannten Soldatenkaiser zustimmen, da er selbst in Rom keine Truppen stationiert hatte, um einen möglichen Angriff gegen die Stadt abzuwehren. Es war sogar unter Todesstrafe untersagt Soldaten in Rom zu stadtionieren. Lediglich die Leibgarde des Kaiser und eine Bürgerwehr waren erlaubt.
Lukrezia
Gast





BeitragVerfasst am: 19. Jun 2005 16:55    Titel: Antworten mit Zitat

Erstmal danke für die vielen Antworten. Das finde ich auch sehr interressant , weil es wirklich viele Kaiser gab.Beweise dafür sind ja die Münzen , die bei jedem neuen Kaiser neu geprägt wurden.
Vielleicht gab es ja noch mehr Kaiser....

Es gibt ja auch einige Kaiser , die sollen sogar von ihren eigenen Frauen ermordet worden sein. Von welchen Kaisern , wess man das denn genau oder sind das nur Thesen???

Gruß
Lukrezia
Nebu



Anmeldungsdatum: 04.06.2005
Beiträge: 42
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 19. Jun 2005 17:15    Titel: Antworten mit Zitat

Da fällt mir spontan natürlich Claudius ein:

ZITAT:
Der Kaiser starb im Alter von 64 Jahren. Seit der Antike hält sich das Gerücht, seine letzte Frau Agrippina (Die Mutter Neros`) hätte ihn vergiftet, aber das ist nicht nachweisbar.

Andere Kaiser sind mir im Augenblick nicht bekannt. Möglicherweise war an der Ermordung des Domitianus seine Frau Domitia Longina als Mitwisserin beteidigt .

_________________
Im Übrigen bin ich der Meinung, das Karthago zerstört werden sollte!
Lukrezia
Gast





BeitragVerfasst am: 20. Jun 2005 20:33    Titel: Antworten mit Zitat

Claudius ist richtig , aber auch Commodus soll vo seiner frau vergiftet worden sein.

Wenn man sich die Kaiserwechselt anschaut , so fällt auf , dass das Reich immer dann eine Blütezeit erlebt , wenn die Nachfolge geklärt war oder erholte sich von einem schlechten Kaiser( Nero oder Commodus).

Ist das überhaupt richtig oder liege ich da falsch.Ich bitte sehr um eure Meinung.
pfnuesel



Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 120
Wohnort: Zürich

BeitragVerfasst am: 21. Jun 2005 11:03    Titel: Antworten mit Zitat

Etwas wurde noch vergessen: Die Religion!

Anfangs war der römische (heidnische) Glaube unumstritten, als das Christentum sich immer mehr verbreitete wurden sie zuerst von einigen Kaisern verfolgt. Einige Kaiser tolerierten beide Religionen. Und später wurde das Christentum zur Staatsreligion ausgerufen und teilweise sogar Heiden verfolgt. Je nachdem, welcher Kaiser an der Macht war.
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Ehrenmoderator


Anmeldungsdatum: 08.09.2004
Beiträge: 701

BeitragVerfasst am: 24. Jun 2005 17:21    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist schon richtig, allerdings würde ich dies eher als Begleiterscheinung gelten lassen, die zwangsläufige mit dem kaiserwechsel auftrat. Dies als Grund, für die Ermordung eines Kaiser anzuführen ist sicher wage und nicht 100% belegbar, oder irre ich mich?!
Nebu



Anmeldungsdatum: 04.06.2005
Beiträge: 42
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 25. Jun 2005 00:21    Titel: Antworten mit Zitat

Lukrezia hat Folgendes geschrieben:
...aber auch Commodus soll von seiner Frau vergiftet worden sein.


Ich zitiere aus: "Die Römischen Kaiser" von Michael Grant:

"In der letzten Nacht des Jahres 192 waren die Pläne zur Ermordung des Commodus endlich zur Ausführung gereift. Ein Athlet namens Narcissus, mit dem der Kaiser sich im Ringkampf übte, konnte ihn überwältigen und erwürgen."

_________________
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Nebu



Anmeldungsdatum: 04.06.2005
Beiträge: 42
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 25. Jun 2005 10:37    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wenn man sich die Kaiserwechsel anschaut, so fällt auf, dass das Reich immer dann eine Blütezeit erlebt, wenn die Nachfolge geklärt war oder erholte sich von einem schlechten Kaiser( Nero oder Commodus).


Na, das würde ich nicht unterschreiben.
Im Jahr 180 endete mit dem Tod Marcus Aurelius eine Blütezahl Roms und als Commodus unwidersprochen seine Nachfolge antrat (Die Nachfolge war also geklärt), begann eine Zeit der Willkür und Verschwendung. Also, zumindest hier hätten wir das Gegenbeispiel.

Zu der Religion.
Also, Abgesehen von dem Kampf Constantinnus I. der Große gegen Maxentius und der Schlacht an der Milvischen Brücke (28. Oktober 312) ging es bei dem Kaiserwechsel Roms eigentlich wohl weniger um Religion. Und auch Constantinnus I. der Große führte diesen Kampf ja nur um Maxentius als Konkurrenten auszuschalten. Es ging also auch wieder nur um Macht.
Ansonsten ist mir kein Fall bekannt, in dem ein römischer Kaiser aus (christlich) Religiösen Gründen ermordet wurde.
In den Gründen zur Ermordung des Elagabalus könnte ein religiöse Element eine Rolle gespielt haben, aber auch das hat nichts mit Christentum zutun.

„Noch viel größere Sorgen aber verursachten Elagabalus’ religiöse Aktivitäten. Seit Septimius Serverus war der Sonnenkult in stetem Fortschreiten begriffen. Doch Elagabalus wischte nun mit einer einzigen Handbewegung sämtliche alten römischen Traditionen beiseite und nahm auf die Gefühle seiner Untertanen keinerlei Rücksicht mehr…“

„…und vor allem seine religiösen Aktivitäten beunruhigten Julia Maesa dermaßen, dass sie zu dem Schluss kam, das Elagabalus eine zu große Gefahr darstelle und beseitigt werden müsse.“
(Quelle: M. Grant/ Die Römischen Kaiser)

_________________
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pfnuesel



Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 120
Wohnort: Zürich

BeitragVerfasst am: 27. Jun 2005 20:04    Titel: Re: Kaiserwechsel Roms Antworten mit Zitat

Mein Beitrag bezog sich auf den ersten von Lukrezia:

Lukrezia hat Folgendes geschrieben:
Was genau bedeuted dieser ständige Kaiserwechsel? mit dem Kaiserwechsel verändert sich auch die Reierungsart. Was genau bedeutete dies? Für das Volk , für die Regierung usw?
Welche Vorteile ergibt sich daraus oder welche Nachteile???


Für das Volk bedeutete einen Kaiserwechsel manchmal einen Wechsel in der kaiserlichen Religionspolitik. Für das gläubige Volk hatte das natürlich eine sehr grosse Bedeutung.

Dass ein Kaiser aufgrund seines Glaubens ermordet wurde wollte ich damit nicht behaupten.
GoTo
Ehrenmoderator


Anmeldungsdatum: 08.09.2004
Beiträge: 701

BeitragVerfasst am: 30. Jun 2005 15:27    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry, wenn cihd ir das unterstellt habe.

Für das Staatswesen hatte es selten Folgen. Sicherlich wurden die einzelnen Ämter an neue, loyale Personen vergeben, allerdings das das Staatsystem großartig von jedem Kaiser neu "aufgerollt" wurde ist mir nicht bekannt.
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