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Menja
Anmeldungsdatum: 10.11.2007 Beiträge: 7
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Verfasst am: 27. März 2008 21:46 Titel: Verwirrung mit "Fachwörter" die man eigentlich wis |
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hi,
also ich hab irgendwie voll die probleme mit fachwörtern in geschichte. keine ahnung, warum ich mit denen nich klar komme. hier mal beispiele:
Faschischmus
Rechtsextremismus
Rechtsradikalismus
Linksextremismus
Kommunismus
Bolschewismus
Nationalismus
Liberalismus
Pazifismus
Marxismus
Sozialdarwinismus
Sozialismus
ok, das sind doch relativ viele... also ein paar von denen weiß ich auch ungefähr was es bedeutet aber eben nich von vielen. gibt es hier jemanden, der mir davon mal welche in verständlichen worten erklären könnte? das wäre voll lieb. klar könnte ich auch jedes wort bei wiki suchen, aber ich vermute, das mir das zu umfangreich wird, da ich das ganze auch nich für die schule brauch (also nich direkt, indirekt natürlich schon...).
danke schon mal!!
lg |
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MI Administrator

Anmeldungsdatum: 01.11.2004 Beiträge: 1710 Wohnort: München
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Verfasst am: 28. März 2008 13:04 Titel: |
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Tipp für Fachwörter: Benutze den Google-Parameter für die Suche nach Definitionen.
Hier einfach mal meine "Definitionen", aber sicher noch ausbaufähig...
Faschismus: Ursprünglich wohl italienisch. Eine politische Bewegung mit stark nationalistischen Zügen. Meist ordnet man unter Faschismus allgemein rechte politische Bewegungen ein (benutzt "Faschismus" quasi nur als Überbegriff).
Rechtsextremismus: Zusammenfassung politischer Bewegungen, die sich gegen den demokratischen Verfassungsstaat wenden.
Rechtsradikalismus: konsequente Arbeit an den Zielen der Rechten - nicht unbedingt rechtsextrem, also verfassungsfeindlich.
Linksextremismus: böse könnte man auch =Rechtsextremismus schreiben .
Kommunismus: klassenlose Gesellschaft, kein Privateigentum "Kommune"
Bolschewismus: die Bolschewiki waren die Parteianhänger der russischen Arbeiterpartei. Den Bolschewismus könnte man so wohl als Begriff für den russischen "Kommunismus" verwenden. Der Begriff ist auch negativ besetzt.
Nationalismus: politische Bewegung, die die Idee der Nation mit der Idee des Staates verbindet. "Nation+Staat=ein Gebilde" könnte man auch sagen. Außerdem stellen Nationalismus ihre Nation auch häufig über andere Nationen.
Liberalismus: Grundlage der Welt soll individuelle Freiheit und Selbstbestimmung darstellen. Der Staat gibt somit nur Rahmenbedingungen vor und lenkt nicht (zu unterscheiden von der wirtschaftlichen Theorie des Liberalismus, wenn auch mit ähnlichen Ideen).
Pazifismus: Friedliebend halt, kriegsablehnend...
Marxismus: Ich glaube, der Marxismus ist mehr eine wirtschaftliche Theorie. Er ist klar vom Kommunismus (besonders in angewandter Form ) zu unterscheiden, auch, weil der Kommunismus keine wirtschaftliche sondern eine Staatstheorie ist. Der Marxismus begründet die Idee des "Klassenkampfes" und der "Ausbeutung des Proletariats", auf ihn könnte dann wohl eine kommunistische Staatsform aufbauen.
Sozialdarwinismus: Die Idee, dass "die stärksten Staaten/Rassen überleben" (Fehlinterpretation Darwinismus). Damit werden vor allen Dingen imperiales Streben und Rassentheorien begründet.
Sozialismus: politische Theorie; Grundwerte Gleichheit, Gerechtigkeit, Brüderlichkeit, steht quasi als konkurrierende Theorie neben "Konservatismus" und "Liberalismus".
Gruß
MI _________________ I have seen war, I hate war
Franklin D. Roosevelt |
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Menja
Anmeldungsdatum: 10.11.2007 Beiträge: 7
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Verfasst am: 28. März 2008 17:31 Titel: |
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super! das hat mir schon mal sehr viel geholfen. danke!
kann man denn eigentlich für die ganzen "fachwörter" sowas wie überbegriffe finden? weil an sich, sind die ja nich alle gleich wichtig.
was genau, sind das den überhaupt für wörter? also der marxismus is eine art wirtschaftliche theorie sagst du. der sozialdarwinismus oder zumindest der darwinismus is ja auch "nur" eine theorie. aber der kommunismus und liberalismus sind staatsformen. oder wie is das?
lg |
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MI Administrator

Anmeldungsdatum: 01.11.2004 Beiträge: 1710 Wohnort: München
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Verfasst am: 29. März 2008 13:23 Titel: |
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Das ist schwierig und ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich da nicht wirklich gut auskenne - bin halt auch nur Abiturient letzten Jahres . Vielleicht hilft es dir aber dennoch, wenn ich einige meiner Gedanken offenlege:
Insgesamt muss man sich immer fragen, worum es geht. Hier gibt es zunächst vier verschiedene Möglichkeiten:
1. Beschreibung der Verhältnisse
2. Analyse (und Interpretation) der Verhältnisse (manchmal auch getrennt)
3. Interpretation und abstrakte Folgerungen aus Analyse und Transfer auf Handlungsabstrakte
4. (und alleinstehend) eigene, abstrakte Theorien, die den Punkten 1-3 entsprechen können.
Für unsere Theorien und Ideologien oben ist Punkt 1 nicht so wichtig. Es wird ja nie nur beschrieben, sondern meistens auch analysiert und interpretiert. Wenn man nur analysiert und interpretiert, dann hat man eine Theorie. Daraus können auch Folgerungen entstehen, die man beobachten kann, aber es entstehen keine Folgerungen für die HANDLUNG, nur für die Erkenntnis. Je nachdem, wie weit die Theorie gesteckt ist (Einzelphänomen, Staatstheorie, Gesellschaftstheorie) kann man sie dann "einordnen". Geht man dazu über aus der Analyse Schlussfolgerungen zu ziehen, die über den Erkenntnisgewinn hinausgehen, also schlussfolgert man eine Handlung, so haben wir dann den 3. Punkt.
Allein daraus kann man schon erkennen, dass man wahrscheinlich keine wirklich klaren Grenzen ziehen kann, was denn nun wo hin gehört, dennoch versuche ich das Ganze einmal anzuwenden.
Zuerst gibt es Staatstheorien. Sie beschäftigen sich damit, was ein Staat IST, was ein Staat LEISTEN MUSS, in welcher FORM er das tun kann, wo seine GRENZEN sind, und vielleicht sogar, wie er ENTSTEHT.
Dinge wie Anarchismus, Demokratismus, Monarchismus könnte man vielleicht darein packen (wobei Anarchismus natürlich eine "Anti-Staatstheorie" wäre). Eine Staatstheorie muss dabei nicht unbedingt dem entsprechen, was der Autor als wünschenswert hält, es ist zum Handeln der Menschen abstrakt (also eine Theorie --> 2.)
Dagegen gibt es Gesellschaftstheorien, die sich über den Aufbau einer Gesellschaft Gedanken machen. Staatstheorien mögen hier auch reinspielen, die Gesellschaftstheorien sind aber breiter gefächert als die Staatstheorien, da sie nicht (nur) die Aufgaben und Grenzen des Staates erfassen. Zu ihnen gehört wohl der Marxismus und teilweise auch der Kommunismus (gehört auch zu weitergesteckten Theorien --> 2.)
Dann gibt es politische Ideologien. Also ein Packen Leitsätze, von denen die Gesellschaft geleitet werden soll, bzw. an denen sie sich orientieren sollte, nach denen sie Handeln sollte (Ideologie). Das geht also über die Staatskomponente hinaus und umfasst auch Emotionalität. Allerdings können bestimmte politische Ideologien zu bestimmten Staatsformen, bzw. Staatstheorien führen. Zu den politischen Ideologien kann man Konservatismus, Liberalismus, Sozialismus, Kommunismus, Nationalismus, Faschismus, Pazifismus zählen. Insgesamt würde ich aber sagen, dass die ein oder andere politische Ideologie auch eng mit einer bestimmten Staatstheorie verknüpft ist und deswegen teilweise eine Trennung schwer ist (Folgerungen auf das Handeln -->3.)
Als letztes gibt es dann noch ein Gruppe von (wissenschaftlichen) Theorien, die aus der Analyse der Historie entstehen und Teilaspekte erklären wollen, so zum Beispiel den Sozialdarwinismus. (einfache Theorie --> 2.)
Rechtsextremismus, -radikalismus, Linksextremismus fallen da raus, die sind aus unserem Staatengebilde heraus definiert.
Ich bin allerdings mit der Darstellung nicht ganz zufrieden. Wäre schön, wenn noch jemand kompetenteres draufschauen würde...
Gruß
MI _________________ I have seen war, I hate war
Franklin D. Roosevelt |
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Stahlhammer

Anmeldungsdatum: 10.01.2007 Beiträge: 50 Wohnort: Marsberg im Sauerland (NRW)
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Verfasst am: 29. März 2008 20:45 Titel: |
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So, ich zeige mal hier den Unterschied zwischen Faschismus und Nationalsozialismus auf, da ja viele die beiden Begriffe vermischen.
Beide Anschauungen treten für die Überwindung der vorherrschenden Ideologien ein.
Faschismus:
-polit.Bewegung und Staatsanschauung
-Staat ist Selbstzweck, er dient zur Erhaltung der Macht
-Autoritäre Ordnung
-das Volk dient dem Füher und dem Staat
-der faschistische Staat verfolgt den Imperialistischen Gedanken
-er will Weltmacht erlangen aber nicht aus völkischen Macht und Ausdehnungsstreben heraus sondern um der Macht willen.
-es geht um die Erhaltung der Macht.
-in Italien gab es erst seid 1938 ein Gesetz zur Reinhaltung der Rassen.
-In Deutschland gab es nie Faschismus!
Kurz gesagt:
Faschismus, abgestütztes Machtgefüge einer kleinen Elite durch künstliche Masseneuphorie (Fußball, Völkisches, Soziales etc. "Brot und Spiele")
Diese Machtelite wird gefördert sonst wird das Volk klein/dumm gehalten.
Nationalsozialismus:
-deutsche Weltanschauung
-Staat ist Mittel zum Zweck er dient zur Erhaltung des Volkes
-Autoritäre Ordnung, der Führer und der Staat dient dem Volk
-der Nationalsozialistische Staat ist sozialischtisch ausgerichtet
-er verfolgt ausschließlich die Interessen des Volkes
-einer der wesentlichen und grundsätzlichen Punkte ist die völkische Definition nach dem Blutsgedanken: Deutscher ist wer deutschen Blutes ist.
kurz gesagt:
Nationalsozialismus, die Euphorie entsteht erst durch das vom Volk geleistete, jeder hat unabhängig seines sozialen Standes die Möglichkeit auf zu steigen. Eliten definieren sich durch ihr Handeln und nicht durch ihre Herkunft.
Gruß Stahlhammer _________________ Lerne aus der Geschichte! |
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Menja
Anmeldungsdatum: 10.11.2007 Beiträge: 7
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Verfasst am: 30. März 2008 19:25 Titel: |
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ihr habt mir ja erstmal richtig viel geholfen... nun muss ich mir das ganze erstmal durch den kopf gehen lassen. mal schauen, ob ich noch fragen hab. |
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