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Moskau-Besuch Schröder
 
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Gast






BeitragVerfasst am: 11. Mai 2005 10:32    Titel: Moskau-Besuch Schröder Antworten mit Zitat

Servus,

mich würde mal interessieren, was ihr zum Besuch von Schröder in Moskau anläßlich der Siegesparade der Roten Armee am Montag so denkt. War es richtig hinzufahren?
Thomas
Administrator


Anmeldungsdatum: 18.06.2004
Beiträge: 206

BeitragVerfasst am: 13. Mai 2005 15:24    Titel: Antworten mit Zitat

Warum nicht? Was denkst du darüber?

Gruß,
Thomas
Gast






BeitragVerfasst am: 13. Mai 2005 15:58    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich wär´ nicht hingefahren. Ich hätt´ mich gern haben lassen.
Ich weiß nicht, aber zu feiern, daß die Rote Armee in Deutschland einmarschiert (oder, daß wir den Krieg verlieren) erscheint mir seltsam. Wenn des eine Veranstaltung gewesen wäre, bei der nur der Toten (ich meine hier auf beiden Seiten) gedacht worden wäre, okay, aber da eine Militärparade nach sowjet. Muster zu veranstalten finde ich unangebracht,
sogar (auch wenn unbeabsichtigt) beleidigend. Wie gesagt, die hätten sich bei mir ihre Einladung sonst wo reinreiben können. Was denkst Du?
MI
Administrator


Anmeldungsdatum: 01.11.2004
Beiträge: 1710
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 13. Mai 2005 20:20    Titel: Antworten mit Zitat

Ich will mich auch einmal einschalten:

Ich würde sagen, dass der Besuch von Schröder beim Festtag einfach zeigen soll, dass Deutschland nicht hinter seiner Geschichte steht, sondern gegen den Nationalsozialismus kämpft. Es geht nicht darum den FALL DEUTSCHLANDS zu feiern, sondern den ANFANG DER WIDERHERSTELLUNG DES WELTFRIEDENS. Wenn man das ganze so sieht, dann ist der Besuch von Schröder also ein Friedensbesuch war um die Einheit von Europa zu zeigen.
Eine Militärparade sollte wahrscheinlich einfach den Stolz der Russen zeigen und, weil es sich um ein militärisches Ereignis handelt, finde ich die Militärparade akzeptabel.
So sehe ich das - außerdem muss man in der Politik mit dem Ablehnen von Einladungen sehr vorsichtig sein, denn dies täte den internationalen Beziehungen nicht wirklich gut Augenzwinkern .

Gruß
MI

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PaladinXL
Gast





BeitragVerfasst am: 13. Mai 2005 21:37    Titel: Antworten mit Zitat

Finde ich auch!
So eine Ablehnung würde doch viel offensiver erscheinen, als es die Parade tut, wenn sie überhaupt offensiv ist... also ich würde das nicht so ernst sehen.
Gast






BeitragVerfasst am: 17. Mai 2005 10:39    Titel: Antworten mit Zitat

Okay, dann darf man es aber auch keinem übel nehmen, wenn er an irgend einem Jahrestag an dem die Wehrmacht eine Schlacht gewonnen hat die Hakenkreuzfahne vom Balkon wehen läßt. Ist ja schließlich nur Ausdruck des nationalen Stolzes. Also bitte... Desweiteren seht ihr des vielleicht so, aber fraglich, ob Rußland des auch so sieht. Die Militärparade läßt anderes vermuten. Angenommen wir hätten den Krieg gewonnen, dann hätte ich vollstes Verständnis für einen Russen, der nicht auf eine Hakenkreuzparade geht. Allmählich würde ich mir etwas mehr Objektivität in solchen Fragen wünschen. Vae victis ist zwar zeitlos, nichts desto Trotz muß man sich dessen bewußt sein.
Polymer
Gast





BeitragVerfasst am: 17. Mai 2005 14:54    Titel: Antworten mit Zitat

Wir haben Russlang ohne Kriegserklärung angegriefen ich bin auf keine schlacht der deutschen in russland stolz und ich glaube auch nur das die gehirn-spackos Neonazis stolz daruf sind. Russland und die Allierten haben uns vom faschismus befreit, deswegen finde ich die militärüparade sehr wichtig für uns und die russen
Gast






BeitragVerfasst am: 17. Mai 2005 16:17    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn Du zu meinen Diskussionsgegnern gehörst kann ich mich ja glücklich schätzen.
MI
Administrator


Anmeldungsdatum: 01.11.2004
Beiträge: 1710
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 17. Mai 2005 20:14    Titel: Antworten mit Zitat

Anonymous hat Folgendes geschrieben:
Okay, dann darf man es aber auch keinem übel nehmen, wenn er an irgend einem Jahrestag an dem die Wehrmacht eine Schlacht gewonnen hat die Hakenkreuzfahne vom Balkon wehen läßt. Ist ja schließlich nur Ausdruck des nationalen Stolzes. Also bitte...


Nein, da hast du etwas falsch verstanden: Deutschland hat den Krieg verloren! Das macht einen gewaltigen Unterschied. Was die Sovietunion in der Sovietunion gemacht hat, dass ist selber nicht wirklich von Interesse. Da Deutschland den Krieg verloren hat, ist es aber von Interesse geworden und deswegen muss Deutschland jetzt seine Fehler eingestehen. Das war schon immer so.

Gruß
MI

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BeitragVerfasst am: 18. Mai 2005 10:03    Titel: Antworten mit Zitat

Das meinte ich eigentlich damit, daß "vae victis" immer gilt, auch heute noch. Mit deiner Aussage gibst Du auch zu, daß hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Das meinte ich damit als ich mir etwas mehr Objektivität in der Thematik gewünscht habe. Der einzige Unterschied zwischen dem Dt. Reich und der UdSSR ist (diese Diskussion betreffend), daß die einen gewonnen und die anderen eben verloren haben. In der BRD herrscht grundsätzlich eine pazifistische Grundeinstellung, die man in anderen Ländern angesichts solcher Bilder wie aus Moskau vermisst. Unser Volk hat vor seiner Haustüre gekehrt, es wäre schon lange an der Zeit, daß andere diesem Beispiel folgen. Diese Diskriminierung geht mir schlicht und ergreifend auf den Sack. Auch diese heute (60 Jahre danach!) noch vorhandene Einteilung in Sieger und Verlierer verweist doch auch auf gewisse Denkstrukturen, die wir eigentlich im Sinne eines friedlichen Zusammenlebens nicht mehr sehen wollen. Von dem letzten Eklat mit Edmund Stoiber und der Tschech. Rep. fang ich erst gar nicht an, das paßt zum vorhergehenden Satz wie die Faust auf`s Auge.
MI
Administrator


Anmeldungsdatum: 01.11.2004
Beiträge: 1710
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 18. Mai 2005 18:03    Titel: Antworten mit Zitat

Jetzt gebe ich dir natürlich Recht ("vae victis" habe ich als solchen Ausdruck komischerweise noch nie gehört - obwohl ich schon jede Menge gelesen und übersetzt habe. - Sorry für mein Missverständnis).

Ich bin natürlich auch der Meinung, dass viele andere Länder einmal vor ihrer eigenen Tür kehren sollten und das unsere NS-Zeit vielleicht nur ein BEISPIEL sein sollte und - ich kann es nur wiederholen - als Feiertag des Weltfriedens umgestaltet werden sollte, als Feiertag, an dem sich JEDES LAND an die EIGENEN Kriegsverbrechen erinnern sollen.

Ähnlich wie du bin ich damals in die Luft gegangen, als ich von den Demos in China gehört haben, die sich über ein japanisches Schulbuch aufgeregt haben, welches angeblich Kriegsverbrechen der Japaner gegen die Chinesen schönt (du hast bestimmt davon gehört). Ich meine, dass die auch lieber einmal mit den Tibetanern ins reine kommen sollten, bevor sie so etwas veranstalten. Hier haben wir ähnliche Verhältnisse.

Und zu der pazifistischen Einstellung kann ich sagen, dass so etwas bei Deutschen einfach nicht mehr erwünscht ist. Die Amis haben doch schon mit Schlagzeilen getitelt, weil nach dem WM-Vizetitel einige Tausend Deutsche die Fahne Deutschlands geschwenkt haben. Wir können es uns als Deutsche einfach nicht mehr leisten patriotistisch zu sein - allerdings glaube ich, dass wir, eben aufgrund des geringen Pazifismus, anderen Ländern einen Spiegel vorhalten könnten, wie sie selber sein sollten, ihnen zeigen könnten, was eigentlich richtig ist.
Leider könnte es aber auch sein, dass wir dadurch das unser Land keinen Patriotismus zulassen darf anfälliger für Nationalsozialismus sind - und das will die internationale Gemeinschaft ja eigentlich vermeiden, aber wenn man politisch geächtet wird, dann kommt die Trotzreaktion - das hatten wir schon 1933-45. Allerdings findet das Ganze Gott sei Dank nur in abgeschwächter Form statt.

Aber trotzdem wäre es wahrscheinlich ratsam als Politiker solche Einladungen anzunehmen. Das siehst du hoffentlich ein.

Gruß
MI

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Gast






BeitragVerfasst am: 19. Mai 2005 11:22    Titel: Antworten mit Zitat

Mit Sicherheit ist es für einen Politiker opportun eine solche Einladung anzunehmen, aber vom moralischen Standpunkt her mehr als fragwürdig.
Sehr gut finde ich, daß Du auch erkennst, wie dieses absolut kranke Verhältnis zur eigenen Nation (das uns Deutsche nun mal auszeichnet) dem Rechtsradikalismus Vorschub leistet. Bestes Beispiel ist Dresden.
So ziemlich die einzige Partei, die wirklich entschlossen diesen Angriff als Verbrechen brandmarkt ist die NPD. Auch als aufrichtiger Mensch, der in diesem Punkt dieser Partei zustimmt, landet man sofort in derselben Schublade. Aber ist es nicht traurig, daß ich mich in dieser Frage aus Mangel an Alternativen auf diese Seite stellen muß? Und genau darin liegt die Gefahr. Man kann von Bismarck halten was man will, aber von seinem Schachzug mit den Sozialgesetzen ab 1883 könnten unsere Politiker was lernen.
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