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sirius



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 85
Wohnort: Erlangen

BeitragVerfasst am: 28. Apr 2006 18:24    Titel: Kulturgeschichte Antworten mit Zitat

Mal keine Wissensfrage! Hier geht es nicht darum, wer was weiß, sondern um eine eigene Bewertung:

Was waren so die wichtigsten KULTUR-politischen oder einfach KULTURELLEN Ereignisse in der Geschichte der BRD?
(und wenn jemand in der DDR gelebt hat, kann es auch etwas Kulturelles oder Kulturpolitisches aus der DDR sein.)

(einfach so, was ihr wisst oder gar, woran sich jemand erinnert[color=darkblue][/color]

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Macht bedeutet nicht, Geschichte zu machen, sondern Geschichte zu interpretieren.
MacHarms



Anmeldungsdatum: 11.11.2004
Beiträge: 622
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2006 10:28    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn es um kulturelle Ereignisse gehen soll, muß es sich ja wohl nicht nur um deutsche kulturelle Großtaten handeln, oder?
Somit kann ich aus eigener Erinnerung berichten, daß wir Schuljungen (ich war bei Kriegsende 12 Jahre alt) uns auf ausländische - amerikanische und englische - Musik (von Glenn Miller über Louis Armstrong bis George Gershwin) und Filme gestürzt haben; man konnte damals sonntagsvormittags für 50 Pfennig ins Kino gehen, und das war für uns viel Geld!
Ein früherer Kollege - Filmfan wie ich, aber in der DDR aufgewachsen - hat mir mehrfach erzählt, daß er damals (solange das noch ging) nach Westberlin gefahren ist, eigens um sich "westliche" Filme anzugucken.


Gruß von der Waterkant,

Peter
sirius



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 85
Wohnort: Erlangen

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2006 13:29    Titel: Kulturgeschichte Antworten mit Zitat

Klar, das war genau so gemeint: Ich meine weder DEUTSCHE noch kulturelle GROSSTATEN, sondern einfach das, was eine/-r in Deutschland für wichtig hält.

Den Hinweis auf die US-Musik habe ich von Älteren (pardon!) schon öfters gehört. Dazu gehören wohl auch die Jazz-Clubs. Und auch das Theater muss wichtig gewesen sein: Immerhin weisen die Theater nach ihrer Wiedereröffnung tolle Besucherzahlen auf - jedenfalls bis zur Währungsreform.

Ich hoffe auf weitere Beiträge!

Grüße in alle Richtungen
sirius

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gast
Gast





BeitragVerfasst am: 30. Apr 2006 20:36    Titel: Antworten mit Zitat

na aber das yeah - yeah - yeahhhh ..... sie liebt mich yeah yeah yeah ... und unsere Lehrer waren überhaupt nicht begeistert ! Nicht nur, weil unser Pausenhofgeträllere so absolut undeutsch aber eben auch nicht amerikanisch klang - nein, auch unsere - der männl. Jugend - Haare wurden sichtlich länger, was zu Konflikten in manchem Elternhaus führte ! "Die Pilzköpfe" nannte man unsere Idola, was nichts dran änderte, daß sie in unserer Beliebtheit mehr und mehr stiegen - sie waren ja auch vorerst noch konkurrenzlos! Noch gehörte ein gewisser Tony Sheridan zur Group der mit
"my boney lies over the ocean" offenbar versuchte, eine Brücke zur Volksmusik zu schlagen ? Na, war zwar nicht ganz so top - aber immerhin besser als "... ein kleiner Italiener" - ja, der berühmte Begrüssungssong für die ersten ital. Gastarbeiter! Fast gleichzeitig wurden die "Röhrleshosen" und langsam auch die Jeans ( oft noch Nietenhosen benannt ) modern - dazu noch spitze Schuhe mit Absätzen wie an Cowboystiefeln - und schwarze Rollkragenpullis zu schwarzen Cordanzügen waren total der Hit ! ... Ach ja, da war ja noch der 13. Aug. 1961 ... aber ehrlich gesagt, uns "junge" interessierte es nicht sonderlich viel, ob die da um die Zone rum eine Mauer bauten oder nicht .... nö "Mr. appelbee - for mary I'd even swim the sea" - und da die ersten Diskotheken in den größeren Städten entstanden, mußte man nicht mehr monatelang sein Taschengeld samt den in den Ferien auf dem Bau erwirtschafteten Märkern berappen, um einmal im Starclub in Hamburg gewesen zu sein! "Band's" - wie sie Mitte der 60er wie Pilze aus dem Boden schossen, waren anfangs noch rar - zwar hatte jedes Gymme seine "Stompers" die immerhin recht und schlecht den "white cat-Blues" hinkriegten aber schon bei "petite-fleur" hoffnungslos entgleisten ... nur gut, daß Gospel-Songs bzw. "Negro-Spirituals" inzwischen auch in waren, so daß man sogar zu " go down moses" sein Beat-Gehopse und Geschüttle anbringen konnte ( kein Mensch tanzte mehr Fox. oder gar Walzer oder so ) - ach ja doch - immer noch spielten Samstags in den Dorfsälen irgendwelche "Tanzkapellen" im Stil der Egerländer oder Oberkrainer ... und zur Not nahm man auch das hin und wieder in Kauf. - Ach ja - nicht zu vergessen, gab's da ja auch den diesen jungen Mr. Kennedy - seines Zeichens Präsident der Amis, der offenbar gegebenüber dem Brutalo - Typ Chruschtchow selbst auf unsere Elternwelt so positiv wirkte, daß dann bei dem ersten Elvis-Gejaule ( ... muß i denn zum Städtele hinaus ) nicht immer gleich die Aus-Taste des Radio's gedrückt wurde.
- Zu denken gab uns Pennälern, als eines Tags die ehemaligen Schulkameraden von der Volksschule, inzwischen Lehrlinge auf dem Bau in der Autowerkstatt usw. mit diesen richtigen tollen roten Fltzern daherkamen - Kreidler Florett - bei Rückenwind brachten die's auf 100 ... und unsereiner strampelte noch mit seinem Steiger 3-Gang-Tourenrad zum Tanzkurs! Was Geld anlangte, waren die uns jetzt aber richtig haushoch überlegen - die konnten sich sogar leisten, zu zweit mit dem Moped zum Zelten nach Italien zu fahren!

Nun - das mag mal ein kleiner kultureller Rückblick in ca. 4 Jahre 58-62
gewesen sein .... ach ja, nicht zu vergessen - auch einen neuen Baustil hat dieses Zeit hervorgebracht, da ja Theater, Oper, Konzerte in Mode kamen - jedes Städtchen baute so seine Halle im "Opgeflütu - Stil" ( übersetzt.: Opernhauts - Geflügelausstellungs- und Turnhalle )

Gruß, Gast
sirius



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 85
Wohnort: Erlangen

BeitragVerfasst am: 01. Mai 2006 17:21    Titel: Kulturgeschichte Antworten mit Zitat

toller Beitrag! Danke!
und bitte: MEHR!!!!!!!!!!!!!!

Sirius

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sirius



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 85
Wohnort: Erlangen

BeitragVerfasst am: 07. Mai 2006 23:53    Titel: Kulturgeschichte seit 1945 Antworten mit Zitat

Haalloo! Hat keiner mehr Lust, mir zu schreiben, was er / sie für die wichtigsten kulturellen / kulturpolitischen Ereignisse in Deutschland nach 1945 hält? Ich suche noch weitere Beiträge / Meinungen!

Suchende Grüße
Sirius

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MI
Administrator


Anmeldungsdatum: 01.11.2004
Beiträge: 1710
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 16. Mai 2006 21:24    Titel: Antworten mit Zitat

Da ich erst 17 bin ("Baujahr" 1988) habe ich fast nichts von dem, was ich weiß selbst erlebt - ich kann also die wirkliche Wichtigkeit der verschiedenen Strömungen nicht gut einschätzen. Aber von allem was ich so gehört oder gesehen habe (halt von meinen Eltern), waren solche Ereignisse z.B. "the Beatles" oder "Queens" und "Abba" - also insgesamt diese Vervielfältigung der musikalischen Richtungen.

Deshalb will ich die Fragestellung auf eine andere Art und Weise betrachten. Auch neben der Massenkunst, gibt es natürlich auch die "Nischenkunst" - aber auch die halte ich für "wichtig", denn sie befasst sich mit einer gewissen "musikalischen Forschung". Auf diesem Gebiet gibt es da die ganzen revolutionären neuen Musikrichtungen wie die "Elektromusik", die "Klangflächenmusik" oder die "serielle Musik". Wichtige Vertreter dieser "Nischenkunst" oder besser gesagt dieser "neuen Musik", die nicht mehr an traditionelle Musik anknüpft und sich der Tonalität wie der europäischen Harmonielehre entbehrt, sind zum Beispiel György Ligeti, Stockhausen, John Cage oder Pierre Boulez - ein wichtiges Zentrum dieser Musik war Köln, aber auch Heidelberg. Auch in der bildenden Kunst haben wir ja neue, abstrakte Kunst, die eher kleinere Bevölkerungsgruppen anspricht (aber in diesem Bereich kenne ich mich nicht aus).

Wenn wir aber wieder zurück zur "Massenkultur" gehen, dann könnte man auch die Erfindung des Internets und vorher, die Erfindung des PCs als großes kulturelles Ereignis sehen (was dann noch in meinen Erfahrungsbereich zählt Augenzwinkern ). Das hat zwar direkt nichts mit Kultur zu tun, aber hat ja schon einen riesigen Einfluss auf die Bevölkerung - und natürlich auch auf deren, also unserer, Kultur.

Gruß
MI

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sirius



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 85
Wohnort: Erlangen

BeitragVerfasst am: 17. Mai 2006 09:14    Titel: Kulturgeschichte Antworten mit Zitat

Danke MI!

Das mit dem Alter spielt keine Rolle. Es geht mir nicht nur darum, wer sich woran erinnert, sondern einfach, was (aus heutiger Sicht) als Kultur-Highlights der letzten 60 Jahre gesehen wird. Das kann sich auf Erlebnis stützen, auf "Hören-Sagen", auf (Geschichts-)Bücher, Filme oder worauf auch immer. Und Kultur meint natürlich auch nicht nur Musik, sondern auch Literatur, Film, Kulturpolitik, kulturelle Aspekte allgemeiner Politik, bildende Kunst oder was einem sonst bei einem durchaus weit gefassten Kulturbegriff einfällt. Das nur für die, die vielleicht auch noch etwas schreiben wollen, aber meinen, ihre persönliche Erinnerung reiche dafür nicht. Also: Ich freue mich auf weitere Einträge!

Gruß
Sirius

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