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AmelieS
Gast





BeitragVerfasst am: 25. Apr 2006 08:45    Titel: Antifablock Antworten mit Zitat

Hallo,
in meinen Unterlagen steht unter "Übertragen des Kommunismus auf die SBZ" das Stichwort Antifa-Block. Inwieweit diente der Antifa-Block der Übertragung des Kommunismus?
MacHarms



Anmeldungsdatum: 11.11.2004
Beiträge: 622
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 25. Apr 2006 09:56    Titel: Antifa-Block; Blockparteien Antworten mit Zitat

Ich würde ´mal hier
http://de.wikipedia.org/wiki/Antifa
und insbesondere bei
http://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Front_%28DDR%29
sowie den dortigen Links (z.B. zu "Blockparteien") stöbern.


Gruß von der Waterkant,

Peter
AmelieS.
Gast





BeitragVerfasst am: 26. Apr 2006 09:14    Titel: Antworten mit Zitat

danke.

Zitat:
Ziel dieser Aktivitäten war es, Bevölkerungsteile, die sonst nicht in bestehende Strukturen wie Parteien oder Massenorganisationen eingebunden waren, zu erreichen und für den Aufbau des Sozialismus zu mobilisieren.

das ist ja jetzt zur Nationalen Front. Was war aber die Aufgabe vom Antifa-Block? Ich hab dazu nur gefunden, dass die Parteien ein Veto-Recht hatten, aber das trägt ja jetzt dazu bei, dass der Kommunismus gefördert wird.
MacHarms



Anmeldungsdatum: 11.11.2004
Beiträge: 622
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2006 09:42    Titel: Antworten mit Zitat

Wie ich es sehe, hat sich aus dem Antifa-Block die Nationale Front entwickelt.
Ziel des 1945 gegründeten Antifa-Blocks war die Säuberung Deutschlands von den Überresten des Hitlerismus und Aufbau des Landes auf antifaschistisch-demokratischer Grundlage.
Die aus Moskau zurückgekehrten Emigranten wie Walter Ulbricht setzten dabei traditionsgemäß "antifaschistisch=kommunistisch".

Näheres unter:
www.dhm.de/lemo/html/Nachkriegsjahre/PolitischerNeubeginn/antifa.html


Gruß von der Waterkant,

Peter


Zuletzt bearbeitet von MacHarms am 26. Apr 2006 10:00, insgesamt einmal bearbeitet
AmelieS.
Gast





BeitragVerfasst am: 26. Apr 2006 09:54    Titel: Antworten mit Zitat

also diente der Block dazu, dass kein Beschluss ohne die Zustimmung der KPD gefällt werden konnte.

Wie kann man eigentlich argumentieren, dass in der DDR eine Einparteiendiktatur gab?
Mir würde einfallen, dass es eine Einheitsliste gab und die Wahlen weder frei noch gleich noch geheim waren.
In unseren Buch steht nurnoch, dass die SED seit 1948 eine Partei neuen Typs war und es somit keine Fraktionsbildung gab und die SED die "Vorhut der Arbeiterschaft" war und dass der Ministerrat praktisch nur die Beschlüsse des Politbüros ausführte. Was bedeutet das genau?

Außerdem ist angeführt, dass die "führende Rolle der Partei" in der Verfassung festgelegt war. Stand da "die Regierung bildet die SED" oder wie wurde das geregelt?????
MacHarms



Anmeldungsdatum: 11.11.2004
Beiträge: 622
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2006 10:42    Titel: Antworten mit Zitat

Was schert es mich, was "in unserem Buch" steht?
Aber:
welchen Typs die SED war, kann man nachlesen bei
http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialistische_Einheitspartei_Deutschlands
und die Verfassung der DDR findet sich unter
www.verfassungen.de/de
("die Regierung bildet die SED" steht da jedenfalls nicht - vgl. Artikel 91 ff; ich würde mir dort aber auch das "Gesetz über den Ministerrat der DDR" angucken).


Gruß von der Waterkant,

Peter
Gast






BeitragVerfasst am: 26. Apr 2006 10:52    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Art. 91. Die allgemein anerkannten Normen des Völkerrechts über die Bestrafung von Verbrechen gegen den Frieden, gegen die Menschlichkeit und von Kriegsverbrechen sind unmittelbar geltendes Recht. Verbrechen dieser Art unterliegen nicht der Verjährung.


Was hat das mit dem Kommunismus zu tun? Ich hab das Dokument mal eben auf "SED und "Einheitspartei" durchsucht und direkt stehen di Worte nicht in der Verfassung. Wie kommt es denn, dass der "Führende Rolle der SED" in der Verfassung verankert ist??
MacHarms



Anmeldungsdatum: 11.11.2004
Beiträge: 622
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2006 10:58    Titel: Antworten mit Zitat

Ich meinte die Art. 91 ff der (ersten) DDR-Verfassung von 1949.

Peter
sirius



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 85
Wohnort: Erlangen

BeitragVerfasst am: 27. Apr 2006 02:19    Titel: Rolle der SED Antworten mit Zitat

Vielleicht sollte man auch daran denken, dass eine Verfassung oft nur eine politische Zielsetzung beschreibt, nicht jedoch immer die politische Realität. Formal war die DDR natürlich ein Mehrparteienstaat mit CDU, LDP u.a. sowie kandidaturberechtigten "Massenorganisationen". Nur die SPD war seit der Zwangsvereinigung mit der KPD verboten. Auch für die Einheitsliste gab es formal plausible Gründe wie die öffentlich Listenaufstellung, die sich als Instrument der Demokratie feiern ließ. Aber in der politischen Praxis hat einfach die Partei die Macht, welche die sowjetische Unterstützung (gelegentlich einschließlich der sowjet. Panzer) hatte.
Über das Verhältnis von Verfassungsfiktion und -realität ließe sich aber auch außerhalb der DDR trefflich diskutieren... Allerdings ist das (wie Herr Briest so schön sagt) ein weites Feld ...

Grüße
Sirius

_________________
Macht bedeutet nicht, Geschichte zu machen, sondern Geschichte zu interpretieren.
MacHarms



Anmeldungsdatum: 11.11.2004
Beiträge: 622
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 27. Apr 2006 09:27    Titel: Re: Rolle der SED Antworten mit Zitat

[quote="sirius"]
Über das Verhältnis von Verfassungsfiktion und -realität ließe sich aber auch außerhalb der DDR trefflich diskutieren... Allerdings ist das (wie Herr Briest so schön sagt) ein weites Feld ...
[/quote]

Wie wahr; das habe ich in den mehr als 30 Jahren, die ich in Bonn tätig war, oft genug erleben müssen.
Und: mit "Herr Briest" ist wohl Theodor Fontane gemeint, denn Effi war ja eine Frau.


Gruß von der Waterkant,

Peter

PS: mir ist rätselhaft, weshalb das mit "quote" nicht funktioniert!
sirius



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 85
Wohnort: Erlangen

BeitragVerfasst am: 27. Apr 2006 21:23    Titel: quote und Briest und so Antworten mit Zitat

Was das mit dem "quote" auf sich hat, habe ich noch nicht verstanden. Macht aber offenbar nichts.
Mit Herrn Briest war natürlich Fontanes Herr Briest gemeint, der am Ende des Romans sagt: "Ach, Luise, lass ... das ist ein zu weites Feld."

Und wie war das mit den 30 Jahren politischer Realität bzw. Theorie in Bonn? Ich bin einfach mal neugierig, weil "Harms" hier offenbar schon so eine Senioren-/Mentoren-Rolle spielt. (Das mit dem Alter ist nicht so wörtlich gemeint, aber offenbar ist der Ruhestand schon erreicht.) Wäre einfach interessant, weil doch Statements immer auch Meinungen transportieren und diese wiederum von Erfahrungen geprägt sind.

Aber sorry: Das gehört jetzt alles gar nicht zum Thema; es bot sich nach dem letzten Eintrag nur einfach an.

Grüße aus dem Süden an die Waterkant
sirius

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Macht bedeutet nicht, Geschichte zu machen, sondern Geschichte zu interpretieren.
MacHarms



Anmeldungsdatum: 11.11.2004
Beiträge: 622
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 28. Apr 2006 13:44    Titel: Antworten mit Zitat

Die politische Realität habe ich während meiner Tätigkeit im Bundesfinanzministerium kennengelernt.
Jetzt bin ich tatsächlich schon seit 8 Jahren pensioniert.


Gruß von der Waterkant,

Peter
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