Autor Nachricht
Fear Hunter
BeitragVerfasst am: 13. Aug 2005 10:06    Titel:

ich denke, es ist oft problematisch epochen genau abzugrenzen, ich hab immer erschiedene Zahlenangaben zu einigen EPochen gelesen. grübelnd
Chlodwig
BeitragVerfasst am: 11. Aug 2005 17:17    Titel:

Es ist schwierig, sich auf ein spezielles Ereignis, Datum usw. zu einigen, da diese, wie bereits erwähnt, natürlich abhängig sind von ihrem Standpunkt. Die Idee mit den 'Spielräumen' ist natürlich das, was man mit dem sogenannten 'Übergangszeitalter' versucht hat und meistens sagt man ja auch, die Epoche 'Mittelalter' fällt in den Zeitraum 500-1500 n. Chr. +/- ca. 100-300 Jahren (was natürlich ein sehr großer variabler Zeitraum ist).

Die Frage, wann eine bestimmte Epoche beginnt, wird nie beantwortet werden können; alle Zäsurdaten sind diskussionswürdig und zu einseitig; daher die verschwommenen Übergänge.
Letzten Endes wurde eine künstliche Grenze gezogen (welche aber die Sache auch etwas vereinfacht) und zum historischen Erkenntniswert wird auch eine vermeintlich optimale (die es aber nicht geben wird) Zäsur nichts beitragen, da diese Frage hierfür eigentlich irrelevant ist [jedoch immer wieder eine beliebte Frage in Seminaren Augenzwinkern ].
GoTo
BeitragVerfasst am: 11. Aug 2005 16:29    Titel:

Mal eine allgemeine Frage:
Wie definieren heute die geschichte in verschiedene Epochen. Sicherlich war ein Epochen-Wechsel ein schleichender Prozess, also wie kann man an einer Krönung eines Königs/Kaiser oder einem speziellen Ereigniss (z.B Entdeckung von Amerika) eine Epoche abgrenzen?
Also warum kann man sich auf solche eine "theorie" nicht einigen, bzw. warum verwendet man zig andere Theorien?
Müsste man da nicht eher die Epochen mit "Spielräumen" abgrenzen?
Chlodwig
BeitragVerfasst am: 11. Aug 2005 14:21    Titel: Das Mittelalter

Das leidige Thema Epochenübergänge ist immer beliebt in Proseminaren. Soweit ich weiß, gibt es bei der Epoche 'Mittelalter' 20 wissenschaftlich anerkannte Zäsurtheorien zum Beginn des Mittelalters (was nicht bedeutet, dass nicht noch mehrere Zäsurdaten existieren). Dabei kursieren diese Zäsurvorschläge vom 3. Jh. n. Chr. (Sog. Krise des Römischen Reiches) bis 800 (Kaiserkrönung Karls d. Gr.). Wichtig ist dabei, die Perspektive, mit der man diesen Epochenbeginn betrachtet; auf das Christentum bezogen, wäre z.B. die Regentschaft Konstantin d. Gr. (306-337 n. Chr.) zu nennen, wohingegen, wenn man seinen Schwerpunkt auf den Islam legt, der "Beginn" des Mittelalters in das Jahr 622 n. Chr. zu legen wäre.
Da dieser Epochenübergang von der jeweiligen Sichtweise abhängig ist, sind diese Übergänge natürlich diskussionswürdig. Daher wurde in der Forschung von einem sog. 'Übergangszeitalter' gesprochen, welches sich auf den Zeitraum zwischen dem 3. - 8. Jh. bezieht, jedoch das Problem nicht wirklich löst.
Beim Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit ergibt sich dasselbe Probleme: Vorschläge für Zäsuren kursieren von 1453 (Eroberung Konstantinopels) bis (tatsächlich!) 1789 (Frz. Revolution). Auch hier ist eine jeweilige Zäsur vom Standpunkt abhängig.
Klassischerweise wurde das Mittelalter von 500 - 1500 datiert und, da über die einzelnen Zäsurdaten kein Konsens herrscht, bedient man sich auch heute noch dieser Einteilung, mit dem Hinweis, dass die Übergänge verschwommen sind.

Bei der Begrifflichkeit 'Mittelalter' ergibt sich jedoch noch eine Besonderheit. Auch diese Epochenbezeichnung ist künstlich. Hinzukommt, dass sie von den Humanisten abwertend benutzt wurde, um den Zeitraum, der zwischen der Epoche lag, auf welche sich die Renaissance bezog, also auf die Antike, und auf die eigene Zeit, also die Neuzeit, zu benennen. Daher wurde die Zeit zwischen Antike und Neuzeit als eine 'Mittelzeit', eben als das 'Mittelalter' bezeichnet und zwar im negativen Sinne zur Abgrenzung von dieser 'dunklen, finsteren' Zeit, zu der man in der 'neuen Zeit' (Neuzeit) nicht mehr gehörte. Christoph Cellarius hat im 17. Jh. zum ersten Mal diese Dreierteilung in seinem Geschichtswerk festgeschrieben.
MacHarms
BeitragVerfasst am: 11. Aug 2005 05:46    Titel: Beginn der Neuzeit

1789? Neee!

Peter
pfnuesel
BeitragVerfasst am: 10. Aug 2005 21:49    Titel:

Gibt es für den Beginn und das Ende einer Epoche allgemeingültige Daten? Ich glaube kaum.

Den Beginn des Mittelalters datiere ich auf 498, mit der Taufe von Chlodwig. Der Beginn der Neuzeit auf 1789, mit Beginn der französischen Revolution.

Diese Daten sind natürlich sehr "europäisch" gesetzt.
MacHarms
BeitragVerfasst am: 10. Aug 2005 17:52    Titel:

Die Industrialisierung (Beginn im 18. Jahrhundert) liegt Jahrhunderte nach dem Beginn der Neuzeit (Beginn im 16. Jahrhundert).
Da das Mittelalter - rund 1000 Jahre lang - zwischen dem Altertum und der Neuzeit liegt, schlage ich vor, darüber bei
http://de.wikipedia.org/wiki/Mittelalter
nachzulesen. Da erfährt man auch, daß andere Völker die Zeitspanne des Mittelalters ganz anders verstehen als die Deutschen.
(meine persönliche Abgrenzung des Mittelalters: es begann mit dem Untergang des weströmischen Reiches und endete mit dem Untergang des oströmischen Reiches).
Noch Fragen?

Peter aka MacHarms
Rudi
BeitragVerfasst am: 10. Aug 2005 16:38    Titel: Epochenübergänge

Hallo kann mir jemand Ereignisse nennen die den Übergang zwischen den Epochen makiert? Zwischen Vor-und Frühgeschichte der Antike dem Mittelalter und der Neuzeit. Kann man zwischen Mittelalter und Neuzeit die Industralisierung als Übergang nehmen oder hat jemand einen anderen Vorschlag?

Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group