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Hereroaufstand 1904
 
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UB



Anmeldungsdatum: 09.04.2012
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 09. Apr 2012 17:21    Titel: Hereroaufstand 1904 Antworten mit Zitat

Meine Frage:
In der Schula habe ich für die Maturitätsprüfung das Lernziel "Konfliktpotential, das mit dem Phänomen Imperialismus/Kolonialismus verbunden ist, erkennen am Beispiel des Hereroaufstand 1904". Ich weiss über den Imperialsimuses und des Kolonismus Bescheid, kann jedoch nicht genau den Draht finden im Bezug auf den Hereroaufstand? Was für einen Zusammenhang hat das? Ich möchts sehr gerne verstehen und nicht "nur" auswenig lernen! Was genau war das Konfliktpotetial (ausser Unterdrückung)?

Meine Ideen:
Imperialismus bedeutet, dass man ein Land besitzt und über dies waltet. Der Hereroaufstand von 1904 passierte in Namibia. Diese Land gehörte dazumal Deutschland. DIe Deutschen unterdrückten die Namibier immer mehr und diese begannen sich zu wehren?
MI
Administrator


Anmeldungsdatum: 01.11.2004
Beiträge: 1710
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 10. Apr 2012 19:11    Titel: Antworten mit Zitat

Nein, Imperialismus ist nicht "besitzen von Land", sondern das Streben den eigenen Einflussbereich auf andere Staaten/Ländereien auszudehnen, die eben (zum Beispiel kulturell und historisch) NICHT gehören.

Welche Probleme können also entstehen? Denke an:
- kulturelle Probleme
- politische Probleme (Unterdrückung, Überlegenheitsgefühle)
- wirtschaftliche Probleme

Was kannst du damit anfangen? Wenn wir dann eine kleine Liste haben, können wir mal schauen, was das für den Hereroaufstand bedeutet.

Gruß
MI

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Franklin D. Roosevelt
UB



Anmeldungsdatum: 09.04.2012
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 10. Apr 2012 19:46    Titel: Antworten mit Zitat

Danke vielmals für deine Antwort..
Ich habe unter Imperialismus gelernt: "Imperialismus/Kolonialismus kennen
Imperialismus: stammt vom lateinischen „imperare“ was „herrschen“ und „imperium“ welches „Herrschaftsgebiet“ bedeutet. " Ist das Falsch?

kulturelle Probleme:
- andere Wertvorstellungen, vielleicht andere Religion (Dieses Volk waren ja Indianer die glaubten sicherlich nicht an den katholischen Gott.. oder?)

politische Probleme:
- Die Deutschen werden dort wahrscheinlich die Führung übernommen haben. Das heisst, sie werden bestimmt dort Regeln und Gesetze geschrieben haben, welche den Deutschen zu nutzen kam..?

wirtschaftliche Probleme:
Die Hereros und die Namas haben sicherlich vom Kulturanbau gelebt (Tiere etc.) welches viel Land beanspruchte. Welches die Deutschen für sich genommen haben -> Armut bei den Hereros..
MI
Administrator


Anmeldungsdatum: 01.11.2004
Beiträge: 1710
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 11. Apr 2012 20:58    Titel: Antworten mit Zitat

UB hat Folgendes geschrieben:
Danke vielmals für deine Antwort..
Ich habe unter Imperialismus gelernt: "Imperialismus/Kolonialismus kennen
Imperialismus: stammt vom lateinischen „imperare“ was „herrschen“ und „imperium“ welches „Herrschaftsgebiet“ bedeutet. " Ist das Falsch?

Jein, es ist halt nur zu wenig. "imperare" heißt herrschen, "imperium" heißt Herrschaftsgebiet - aber deswegen heißt "Imperialismus" nicht "Land besitzen", sondern es geht eben darum, dass man versucht sein Herrschaftsgebiet auszuweiten und Macht auszuüben (zu herrschen) auch in fremden Gebieten.
Merke auch den Unterschied zum Kolonialismus: Kolonialismus ist die Gründung von Kolonien, d.h. kleinen Städtchen, etc. in fremden/unbesiedelten Gebieten. Wenn die Kolonien nicht vom Heimatstaat regiert wurden, dann haben wir Kolonialismus ohne Imperialismus - das gab's aber nur selten.

Ich rate einfach, ein wenig mehr zu lesen.

Zitat:

kulturelle Probleme:
- andere Wertvorstellungen, vielleicht andere Religion (Dieses Volk waren ja Indianer die glaubten sicherlich nicht an den katholischen Gott.. oder?)

Ja - zum Beispiel. Auch gibt es natürlich andere Sitten, Bräuche, etc. Wenn aber nun das Gebiet aus der Fremde regiert wird, kann man dann auf diese Dinge Rücksicht nehmen? Wohl kaum - man kennt sie schließlich nicht.
Die Herero waren wohl häufiger von den Kolonialisten gekränkt woren - manchmal auch nicht beabsichtigt. Aber sie waren eben auch keine Deutschen und sollten sich aber manche deutsche "Tugenden" aneignen.

Zitat:

politische Probleme:
- Die Deutschen werden dort wahrscheinlich die Führung übernommen haben. Das heisst, sie werden bestimmt dort Regeln und Gesetze geschrieben haben, welche den Deutschen zu nutzen kam..?

Ja. Außerdem wurde den Ureinwohnern auch das Land einfach weggenommen. Das ist vielleicht vergleichbar mit der Vertreibung der amerikanischen Ureinwohner aus ihrem angestammten Gebiet durch die Vereinigten Staaten (bzw. vorher die Briten/Franzosen/Spanier und wer da noch so rumturnte). Ein Großteil der Einwohner scheint Viehzüchter gewesen zu sein - und das Weideland wurde jetzt an die Deutschen gegeben. Das erzeugt natürlich Unmut.
Hinzu kommt, dass das politische System der Einwohner anders war (lies da vielleicht noch mal nach) und sie jetzt aber das deutsche aufgedrückt bekamen. So etwas ist auch etwas, was nie funktioniert. Deutschland ist eines der einzigen Länder, wo ein von außen aufoktroyiertes politisches System stabil geblieben ist (aber auch erst beim zweiten Mal), sämtliche Unternehmungen, an die ich mich gerade erinnern kann, sind sonst gescheitert: Demokratie Afghanistan und im Irak, in Deutschland nach dem ersten Weltkrieg, etc.

Zitat:

wirtschaftliche Probleme:
Die Hereros und die Namas haben sicherlich vom Kulturanbau gelebt (Tiere etc.) welches viel Land beanspruchte. Welches die Deutschen für sich genommen haben -> Armut bei den Hereros..

Ja. Wie oben angedeutet: Wenig Weideland - ich glaube, eine Hungersnot hat auch eine Rolle gespielt.

Und, man darf nicht vergessen: Die Deutschen haben sich überlegen gefühlt - und die anderen schlecht behandelt (Menschenrechtsverletzungen inklusive) - das sorgt natürlich für enormen Unmut.

Generell empfehle ich den Wiki-Artikel zum Aufstand durchzulesen. Er ist relativ lang und zitiert viele Quellen - ich vermute also, dass er ganz gut lesbar sein dürfte!

Gruß
MI

Gruß
MI

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