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Menschen und bürgerechte
 
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nonzeundtonze
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BeitragVerfasst am: 27. Nov 2010 10:58    Titel: Menschen und bürgerechte Antworten mit Zitat

Meine Frage:
was sind die folgen/auswirkungen der menschen und bürgerechte1789

Meine Ideen:
keine ideen
DmitriJakov



Anmeldungsdatum: 15.11.2010
Beiträge: 164

BeitragVerfasst am: 27. Nov 2010 14:38    Titel: Antworten mit Zitat

Die Erklärung der Menschenrechte durch die französische Nationalversammlung am 26. August 1789 (Déclaration des droits de l'homme et du citoyen (Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte)) war sicher ein sehr bedeutender Schritt in der Entwicklung der Menschenrechte, wie wir sie heute verstehen. Aber sie war nicht der erste Schritt in der Geschichte und auch nicht der erste auf dem europäischen Kontinent.

Bereits aus dem 3. Jahrtausend vor Chr. ist mit dem "Codex Ur-Nammu" die älteste schriftlich überlieferte Rechtssammlung bekannt, die die Gleichheit der Bürger vorsieht. Sowohl die antiken Griechen als auch die Römer formulierten erste Vorstellungen eines allen Menschen gleich zustehenden Rechts (z.B. Aristoteles in in seinem Werk "Politik"). Diese Rechte waren jedoch noch nicht auf alle Menschen ausgedehnt, sondern auf Bürger beschränkt.

Die Entwicklung der allgemeinen Menschenrechte begann mit den Philosophen des Zeitalters der Aufklärung: Bereits lange vor der französischen Revolution begann in der Philosophie der Gedanke aufzukeimen, dass Der Mensch ein natürliches Recht auf Selbsterhaltung hat (Thomas Hobbes, 1588-1679).

Dieser Gedanke wurde von John Locke (1632-1704) aufgegriffen und erweitert. Er macht die Legitimation des Staates davon abhängig, dass er die Naturrechte des Menschen zu sichern und zu erhalten habe. Kommt der Staat dieser Pflicht nicht nach, so verliert er seine Legitimation. Auch formulierte Locke die Idee der Gewaltenteilung in Legislative (gesetzgebende Gewalt) und Exekutive (ausführende Gewal), die später von Montesquieu (1689-1755) noch um die Judikative (Rechtsprechung) erweitert wurde.

Diese philosophischen Grundgedanken beeinflussten Thomas Jefferson 1776, 13 Jahre vor der französischen Revolution, bei seiner Formulierung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung in der von unveräusserlichen Rechten auf Leben, Freiheit und Streben nach Glück die Rede ist.

Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) verschärft die Grundidee von John Locke, indem er davon spricht, dass das Menschenrecht auf Freiheit die Grundlage des Staates ist, und dass ohne solche Menschenrechte ein Staat nicht nur seine Legitimation verliert, sonder sogar überhaupt nicht denkbar sei. Diese Gedanken und Ideen Rousseaus beeinflussten Frankreich und die französische Revolution entscheidend.

Nach John Locke für den englischen Sprachraum und Jean-Jacques Rousseau für den französischen, ist Immanuel Kant (1724-1804) für den deutschen Sprachraum zu nennen. Auch er verwendet den Begriff Menschenrecht und formuliert die Freiheit als das einzige Menschenrecht, aus dem sich alle anderen Rechte wie Gleichheit und Selbständigkeit ableiten. Wie bei den anderen Philosophen ist auch bei Kant die Legitimation des Rechtsstaates untrennbar mit dem Schutz der Menschenrechte verbunden.

Nun kann man die Auffassung vertreten dass die französische Revolution zwar allgemeine Menschenrechte formuliert hat, diese jedoch in den ersten Jahren nach der Erstürmung der Bastille pervertiert und verraten hat. Der Revolutionsterror war ein Schock für ganz Europa. Vielleicht auch unter diesem Eindruck wurde das 1780 in Auftrag gegebene Gesetzeswerk "Allgemeines Gesetzbuch für die Preußischen Staaten", auch bekannt als "Preußisches Allgemeines Landrecht (ALR), im Jahr 1792 nochmals überarbeitet. Viele freiheitliche und vernunftrechtliche Bestimmungen wurden wieder entfernt oder eingeschränkt. Es wurde möglicherweise als zu gefährlich erachtet, dass man dem Menschen zu viel Rechte gegenüber dem Staat und der Obrigkeit einräumt.

Dennoch entstand in Frankreich in den Jahren 1793 bis 1797 ein ,später als Code Napoleon bezeichnetes, Gesetzeswerk zum Zivilrecht. Das Gedankengut der Französischen Revolution zeigt sich vor allem im Grundsatz der Gleichheit aller vor dem Gesetz, dem Schutz und der Freiheit des Individuums und des Eigentums und der strikten Trennung von Kirche und Staat.

Die Maximen des neuen Zivilrechts waren unter anderem::
- Gleichheit vor dem Gesetz
- Freiheit für jeden
- Schutz des Privateigentums
- Abschaffung des Zunftzwangs
- Gewerbefreiheit und freie Berufswahl
- Schaffung der juristischen Basis für die Marktwirtschaft

Erst diese neuen Regeln für das tägliche Leben der Menschen transportierten die abstrakten Menschenrechte in konkrete Formen von tatsächlicher Bedeutung. Das Gesetz wurde schliesslich von Napoleon Bonaparte am 21. März 1804 eingeführt und ersetzte das bis dahin im Süden von Frankreich noch dominierende römische Recht und das Gewohnheitsrecht im Norden Frankreichs.

In der Zeit von 1807 bis 1814 verbreitet sich dieses Zivilrecht in Europa auch auf andere von Frankreich dominierten Staaten wie dem Großherzogtum Warschau, dem Königreich der Niederlande und dem Königreich Italien. Auch in etlichen Teilen des heutigen Deutschlands wurde das Gesetz geltendes Recht.

Nach der Niederlage Napoleons bei Waterloo war der direkte französische Machteinfluss zwar gebrochen, jedoch hinderte dies nicht die weitere Verbreitung dieser auf den Ideen der französischen Revolution basierenden Rechtsgrundsätze.
Zitat aus Wikipedia (Code Civil):
Zitat:
Vor allem in West- und Südeuropa (1865 Rumänien), aber auch in Nord- und Südamerika (1808/1825/1870 Louisiana, 1825 Haiti, 1830 Bolivien, 1845 Dominikanische Republik, 1866 Niederkanada, 1867 Québec, 1869 Argentinien, 1870 Mexiko, 1876 Paraguay) oder Afrika (1875 Ägypten, auch im Magreb und den ehemaligen französischen Kolonien) orientierten sich die Gesetzbücher am Code civil. Zwar stellten einige auf revolutionären Wurzeln beruhende Regelungen zugleich auch Schwächen dar: Der gleiche Erbanspruch aller Kinder führte in vielen Gegenden zur Teilung des Grundbesitzes in unrentable Parzellen; Frauen wurden einem männlichen Vormund unterstellt und damit schlechter gestellt als zuvor; die (nun staatlich garantierte) Ehescheidung bevorteilte einseitig den Mann. Dennoch war ein besseres, im Geist der Aufklärung geschriebenes, Gesetzeswerk in Deutschland lange nicht in Sicht – auch das Preußische Allgemeine Landrecht (ALR) war dem Code civil nicht ebenbürtig.


Zitate aus den Artikeln:
http://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte
http://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sische_Revolution
http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeines_Landrecht
http://de.wikipedia.org/wiki/Code_Civil
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