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borthi
Anmeldungsdatum: 23.09.2008 Beiträge: 71 Wohnort: borth
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Verfasst am: 05. Mai 2009 15:08 Titel: |
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Hallo,
´tschuldige wenn ich mich mal kurz einmische.
Aber ich finde das gerade im Geschichtsboard, der geschichtliche Ablauf, zu und um Weihnachten und Jesus zu kurz kommt.
Frage: Wer hat´s erfunden?
Nein nicht die Schweizer.
Constantin! Richtig?
Jener römische Kaiser, der in seinem Weltreich die christliche Religion, zur Staatsreligion ernannte.
Jetzt kann man eine neue Religion leichter durchsetzen, wenn man an gewohnte Riten etwas festhält.
Also wurde der seinerzeit wohl höchste Feiertag zur Ehren des röm.Sonnengottes Sol Invictus beibehalten und um die Zeit der Wintersonnenwende, Weihnachten eingeführt.
Damit verband man dann die Geburt Jesus Christus, um ihm dem alten Sonnengott gleichzustellen.
Obwohl der Kaiser wissen musste, das das nicht ganz hinhaute, da Volkszählungen in der Regel zu Jahresanfang gehalten wurden.
( Nur für die die sich nicht so mit dem röm. Kalender auseinander setzen, der März war im alten Rom der erste Monat. )
Jetzt kannst du die Götter nicht einfach abschaffen und sagen, he, da war vor 330 Jahren mal ein Jude der war schon Klasse, also feiern wir ihn.
Da musste Constantin sich was besseres einfallen lassen.
Also wurde Jesus kurzer Hand zum Sohn Gottes erklärt, der den Tod genauso leicht besiegte, wie die Sonne den Winter.
Und wem das noch nicht reichte, dem konnte ein kleiner aber feiner Übersetzungsfehler weiter helfen.
Man übersetzt junge Frau Maria, einfach mit Jungfrau Maria und schon schreit jeder, ein Wunder. Schreibt man : Jesus wurde von der jungen Frau Maria geboren, ist alles im Eimer.
Kleine Frage am Rande an Talh, bist du tatsächlich Agnostiker oder mehr Atheist. Brauchst nicht zu antworten wenn du nicht magst, würd mich nur mal interessieren, ob du die richtige Bedeutung kennst
grüsse borthi  |
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MI Administrator

Anmeldungsdatum: 01.11.2004 Beiträge: 1710 Wohnort: München
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Verfasst am: 05. Mai 2009 19:32 Titel: |
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| borthi hat Folgendes geschrieben: |
Und wem das noch nicht reichte, dem konnte ein kleiner aber feiner Übersetzungsfehler weiter helfen.
Man übersetzt junge Frau Maria, einfach mit Jungfrau Maria und schon schreit jeder, ein Wunder. Schreibt man : Jesus wurde von der jungen Frau Maria geboren, ist alles im Eimer.
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Das ist die Frage, ob das ein Übersetzungsfehler war. Das kann durchaus ernst gemeint gewesen sein. Im alten Orient und auch in Griechenland waren Jungfrauengeburten nicht "selten" (damit meine ich, dass man vielen Leuten zusprach, "von (einem) Gott" in einer Jungfrau gezeugt).
Was ich auch damit sagen will: Viele Dinge sind vor allen Dingen aus der Zeit heraus zu verstehen.
Gruß
MI _________________ I have seen war, I hate war
Franklin D. Roosevelt |
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Talh Moderator
Anmeldungsdatum: 07.11.2004 Beiträge: 251 Wohnort: Frankfurt a.M.
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Verfasst am: 06. Mai 2009 00:28 Titel: |
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| borthi hat Folgendes geschrieben: |
Kleine Frage am Rande an Talh, bist du tatsächlich Agnostiker oder mehr Atheist. |
Ich weiß nicht, ob es einen Gott gibt oder nicht, ich kann darüber keine Aussage treffen. Ich kann überhaupt nur eine einzige Aussage über die Welt treffen, nämlich dass es sie gibt, auf welche Art und Weise auch immer, denn ich nehme sie ja wahr und bin auch selbst in irgendeiner Form; und dieses Prinzip der Existenz ist für mich so unerklärlich-mystisch, dass ich die Existenz selbst als "Gott" bezeichne. Ob auch ein (im herkömmlichen Sinne) Gott dahinter steht, ist mE nicht erfahrbar und hat daher auch keinen Einfluss auf mein Leben. Nach meinem Wortverständnis bin ich dann ein Agnostiker, oder ein pragmatischer Pantheist, oder was man sich auch immer für schöne Begriffe ausdenken mag. Nur eines tue ich nicht, nämlich die Existenz eines Gottes kategorisch ablehnen, wie es der Atheist tut, darum verstehe ich mich nicht als Atheisten.
Was Jesus angeht, mich interessiert das ganze theologische Drumherum nicht, ich verstehe ihn als eine unangefochten historisch existente Persönlichkeit genau so lange, bis man mir plausible Quellen präsentiert, die eine Nichtexistenz belegen können. Das ist einfach mein Anspruch als Geschichtswissenschaftler, dass ich die Existenz einer Person als wahrscheinlich annehmen muss, wenn historische Quellen sie belegen, selbst wenn die Wahrscheinlichkeiten gering sind. So ganz nebenbei, dieser Thread hat mich überhaupt erst zu der Erkenntnis geführt, dass es keine historische Wahrheiten gibt, sondern man als Historiker nur die Wahrscheinlichkeiten gegeneinander abwägen kann; insofern danke, oberhaenslir, für dieses spannende aus-der-Bahn-werfen
Dass man als Historiker dennoch nicht in Wahrscheinlichkeiten rechnet, liegt vielleicht an dem Problem, dass kein objektives numerisches Maß an die Geschichte angelegt werden kann. Und das ist auch gut so, sorgt aber leider trotzdem immer wieder zu heftigen Glaubenskämpfen zwischen Anhängern verschiedener Auffassungen, die unbedingt ihre eigene These als Faktum durchsetzen wollen... |
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borthi
Anmeldungsdatum: 23.09.2008 Beiträge: 71 Wohnort: borth
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Verfasst am: 06. Mai 2009 09:58 Titel: |
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Danke für deine Antwort, Talh.
Genauso sehe ich das auch.
Ich meine beide Absätze.
Allerdings bin ich doch der Auffassung, das es irgendeinen Jesus gegeben hat und das dieser auch zu seiner Zeit in und um Judäa für aufsehen gesorgt hat.
Dies abzulehnen, stehen zuviele Schriften jener Tage entgegen.
Constantin hätte seine neue Staatsreligion nicht auf ein Märchen begründet.
Obwohl ein Papst mal behauptet hat(haben soll),:" Es hat uns viel eingebracht das Märchen von Jesus."
Ob nun Jesus der Sohn Gottes, Revoltionär, König der Juden, Rabbi ect. ect. war, oder aber , was auch behauptet wird,das mehrere Personen zu einer verschmolzen sind, bleibt mal dahin gestellt und wird sich sicher noch eines Tages klären.
Vielleicht auch erst am jüngsten Tag.
Spätestens dann werden wir erkennen, ob dieser religiöse Zauber recht behalten hat.
grüsse borthi |
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