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Katzeemilia
Anmeldungsdatum: 12.03.2006 Beiträge: 12 Wohnort: Niedersachsen
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Verfasst am: 06. März 2007 17:26 Titel: Blankoscheck zu Gunsten Österreich-Ungarns |
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Hi Leute,
könnt ihr meinen Text vllt. kurz überfliegen und schauen, ob das so stimmt?
Ich muss hier erklären, warum die Haltung des deutschen Kaisers als ,,Blankoscheck'' zu Gunsten Österreich- Ungarns bezeichnet wird.
Bei einem Blankoscheck werden keinen weiteren Angaben zur Einschränkung des Wirkungsumfangs der Vollmacht gemacht.
Kaiser Wilhelm der Zweite versicherte Österreich- Ungarn die notwendige Rückendeckung für ein Ultimatum an Serbien (Zitat: ,, [...], dass wir auch in diesem Falle auf die volle Unterstützung Deutschlands rechnen können.''), da die Wiener Regierung nur zögernd reagierte. Sie fürchtete nämlich ein Eingreifen Russlands.
Dieses Verhalten von Deutschland, Österreich- Ungarn die volle Unterstützung gegen Serbien zu versichern, wird von den Historikern als ,,Blankoscheck'' bezeichnet. Dabei drängte Deutschland auf eine schnelle Aktion (Zitat:,,[...], wenn wir aber wirklich die Notwendigkeit einer kriegerischen Aktion gegen Serbien erkannt hätten, so würde er es bedauern, wenn wir den jetzigen, für uns so günstigen Moment unbenützt ließen.'').
Kaiser Wilhelm der Zweite war nämlich der Meinung, dass Russland noch nicht kriegsbereit sei (Zitat:,, Russland sei übrigens, wie die Dinge heute stünden, noch keineswegs kriegsbereit und werde es sich gewiss noch sehr überlegen, an die Waffen zu appellieren.'') und man somit einen Zweifrontenkrieg verhindern könnte.
Seit 1890 mit der Absetzung Bismarcks, zerbrachen seine Bündnissysteme und die Mächte verbündeten sich miteinander( 1894: Französisch- russischer Zweibund; 1904: Entente cordiale zwischen Großbritannien und Frankreich; 1907: Britisch- russischer Ausgleich; 1908 Triple-Entente; Italien hatte mit Frankreich einen franz.- italien. Ausgleich (1902) und mit Russland einen Geheimvertrag(1909)). Nun war nicht mehr Frankreich in der isolierten Lage, sondern Deutschland sah sich eingekreist und isoliert. Somit blieb die k. und k. Monarchie, Österreich- Ungarn, der letzte deutsche Bündnispartner. Um diesen nicht auch noch zu verlieren, gab die deutsche Regierung Österreich-Ungarn den Blankoscheck und nahm damit den Krieg in Kauf.
Der Kaiser war sich jedoch im Klaren, dass die Tripelentente eingreifen würde, doch er hat nicht mit einem großen Krieg gerechnet;er ging von einem Krieg auf dem Balkan aus (Zitat: ,, Doch werde es bei den anderen Mächten der Tripelentente gegen uns hetzen und am Balkan das Feuer schüren.''). _________________ Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein. |
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GoTo Ehrenmoderator

Anmeldungsdatum: 08.09.2004 Beiträge: 701
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Verfasst am: 06. März 2007 17:39 Titel: |
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Ich stimme dir fast in jedem Punkt zu. Bei deiner Darstellung sieht es so aus, als würde das DR "kriegstreibend" gewesen sein. Soweit ich mich erinnern kann beinhaltete diese "Blankovollmacht" eine Klausel, das das DR nur eingreift, falss Russland eingreift. Dies wurde aber alles von Russland falsch interpretiert. Es sah das Dr an, als ob es mittels dieses Vollmacht einen krieg provozieren wollte.
Auch ist es nicht so ganz richtig, das das DR mit ÖU alleine stand zu Kriegsbeginn. Es konnte sich noch zwei Verbündete zulegen (wenn ach recht schwache, nachdem Italien abgesrpungen war und den Dreibund brach): Türkei (osman. Reich) und Bulgarien.
Das Osm. reich hatte auch einen strategischen Vorteil für die kriegspolitik: Es sollte den Suezkanal sichern und die kolonial Schifffaht von GB unterbinden, weiterhin sollte es gb Truppen in Ägypten angreifen und so GB in einen Krieg verwickeln. Mit Bulgarien sollte von dort Russland angegriffen werden, um dieses ebenfalls in einen Zweifrontenkrieg zu verwickeln.
Zum Thema Krieg gegen Frankreich:
- Schlieffenplan --> Frankreich sollte schnell erobert werden
Krieg gegen Russland:
- ab 1917 finanzielle Unterstützung Lenins (Februar-/Oktobereevolution), der innenpolitisches "Chaos" verursachen sollte --> Friede von Brest Litowsk als Gegenleistung für Machtergreifung |
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Katzeemilia
Anmeldungsdatum: 12.03.2006 Beiträge: 12 Wohnort: Niedersachsen
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Verfasst am: 06. März 2007 18:58 Titel: |
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vielen Dank erstmal.
den punkt mit Russland habe ich in der tat überlesen.da stimme ich dir aber zu.
| Zitat: | | Bei deiner Darstellung sieht es so aus, als würde das DR "kriegstreibend" gewesen sein. Soweit ich mich erinnern kann beinhaltete diese "Blankovollmacht" eine Klausel, das das DR nur eingreift, falss Russland eingreift. Dies wurde aber alles von Russland falsch interpretiert. Es sah das Dr an, als ob es mittels dieses Vollmacht einen krieg provozieren wollte.Auch ist es nicht so ganz richtig, das das DR mit ÖU alleine stand zu Kriegsbeginn. Es konnte sich noch zwei Verbündete zulegen (wenn ach recht schwache, nachdem Italien abgesrpungen war und den Dreibund brach): Türkei (osman. Reich) und Bulgarien. |
das ist mir neu. wären beide staaten denn damit einverstanden gewesen deutschland als bündnispartner zu nehmen?
in der realität hatte deutschland doch nur österreich- ungarn. hat deutschland denn an ein bündnis mit der türkei oder bulgarien gedacht? wie gesagt dieser punkt ist mir neu.
die strategischen Vorteile für die kriegspolitik finde ich einleuchtend.
vlg Irene _________________ Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein. |
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Devin Cant Moderator

Anmeldungsdatum: 01.11.2004 Beiträge: 270
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Verfasst am: 06. März 2007 19:21 Titel: |
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Zumindest mit dem Kriegseintritt des Osmanischen Reiches auf Seiten der Mittelmächte wurde von Anfang an gerechnet, wie z.B. der Vorstoß der SMS Goeben und SMS Breslau im August 1914 zeigte.
Bulgarien hingegen wurde auch von der Entente umworben, entschied sich dann aber letztendlich ebenfalls für die Mittelmächte. _________________ "Wenn man eine ruhmvolle Tat zu erzählen hat, so braucht man nicht zu sagen, dass sie ruhmvoll gewesen ist. Die einfache Darstellung des Verlaufes enthält das Lob. Nicht dem Erzähler, sondern dem Leser gebührt, die Anerkennung zu spenden." - v. Moltke |
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GoTo Ehrenmoderator

Anmeldungsdatum: 08.09.2004 Beiträge: 701
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Verfasst am: 10. März 2007 19:52 Titel: |
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zu dem kriegseintritt der Türkei: Suche mal im Internet Infos über die bagdadbahn bzw. über dieses projekt. Es gibt auch einen guten Film darüber.
Dteusche Unternehmen waren Federführend, so kamen dann immer bessere diplomatische verhätnisse zustande. |
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Devin Cant Moderator

Anmeldungsdatum: 01.11.2004 Beiträge: 270
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Verfasst am: 10. März 2007 20:09 Titel: |
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Nicht zu vergessen die deutsche Militärmission im Osmanischen Reich, welche u.a. zur so genannten Liman-von-Sanders-Krise führte. _________________ "Wenn man eine ruhmvolle Tat zu erzählen hat, so braucht man nicht zu sagen, dass sie ruhmvoll gewesen ist. Die einfache Darstellung des Verlaufes enthält das Lob. Nicht dem Erzähler, sondern dem Leser gebührt, die Anerkennung zu spenden." - v. Moltke |
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GoTo Ehrenmoderator

Anmeldungsdatum: 08.09.2004 Beiträge: 701
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Verfasst am: 11. März 2007 10:52 Titel: |
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Stimmt, die hatte ich vergessen.
Das osmanische Reich erhoffte sich natürlich von diesem Krieg auch einiges: Die erneute Vorherschaft am Bosperus. In den Jahren von 1870-1914 gab es ja zahlreiche Balkan-/Bosnien-/Orientkrisen, in denen das OR immer als Verlierer hervorging und somit fast gänzlich vom europ. Festland verdrängt wurde. |
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