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BeitragVerfasst am: 24. Nov 2004 14:42    Titel:

Um eine Koalition (Mehreheit) bilden zu können, mussten damals dann bis zu 4 oder 5 Parteien zusammen arbeiten und das funktionierte damal, und auch heute nicht.
Jede Partei versuchte damals für sich die günstigste und beste Ausgangsposition zu sichern und da war die NSDAP vorne mit dabei. Obwohl sie selbst bei freien Wahlen nie die Mehrheit hatte.
MI
BeitragVerfasst am: 23. Nov 2004 19:54    Titel:

Als wichtigen Grund zum Scheitern der Weimarer Republik (NICHT zur These) muss man auch die Verfassung nennen:

JEDER Artikel der Weimarer Verfassung konnte mit einer genügend grossen Mehrheit geändert werden (2/3 um genau zu sein). Heute können die ersten Artikel unserer Verfassung NICHT geändert werden.
Ausserdem gab es keine 5% Hürde, das heisst, jede Partei, die einige Stimmen hatte, kam in den Reichstag (deswegen Hitler: "Ich werde die 30 Parteien aus Deutschland hinausfegen"). So lässt sich SEHR schlecht eine Mehrheit bilden, womit jegliches Regieren praktisch unmöglich wurde.

Ansonsten: @Tonie
Das stimmt, dass war wohl der wichtigste Grund. Die Beamten waren am Anfang bitter nötig, deswegen hat man sie nicht ausgetauscht. Thumbs up!

Gruss
MI
Tonie
BeitragVerfasst am: 23. Nov 2004 15:17    Titel: Demokratie ohne Demokraten

Hallo Leute.

Das Wichtigste habt ihr vergessen.

Die junge Republik war vor allem bei der inneren Liquidierung des Krieges auf die "alten Eliten" (das wollen die Lehrer hören :-)), d.h. Beamte aus der wilhelminischen Ära in Verwaltung, Schulwesen und Militär angewiesen. Diese wurden bei der Verwirklichung der Demokratie nicht entfernt. Gerade die Universitäten entwickelten sich in den Zwanziger Jahren zu Hochburgen von demokratiefeindlichem Gedankengut. Daraus folgt natürlich, dass eine Demokratie ohne Demokratisierung der Schaltstellen des Staates keine großen Chancen hat zu bestehen.

Ein weiterer wichtiger Punkt auf einer allgemeineren Ebene ist das Denken des Volkes. In diesem Zusamenhang wird ja oft der "Deutsche Sonderweg" erwähnt. In anderen europäischen Staaten erfolgte der Prozess der Demokratisierung langsam und kontinuierlich, das heisst, die Menschen wuchsen in die Demokratie hinein und lernten, mit Vor- und Nachteilen der Demokratie umzugehen. In Deutschland erfolgte nach dem Ersten Weltkrieg eine derart plötzliche Einführung der Demokratie (verbunden mit einer nicht zu unterschätzenden Demütigung des Deutschen Reiches -Versailles- und wirtschaftlichen Verschlechterungen -bes. 1923 u. 1929-), so dass diese Reinwachsen in die Rolle des Demokraten nicht stattfinden konnte. Die Menschen assoziieren folglich Schlechtes mit der neuen Republik (hier darf die Dolchstoßlegende nicht vergessen werden) und Gutes mit der Kaiserzeit, d.h. mit der autoritären Regierungsform.

Viel Spaß noch.

Tonie grübelnd
Moppio
BeitragVerfasst am: 31. Aug 2004 20:19    Titel: Re: Weimarer Republik

Sascha hat Folgendes geschrieben:
Hallo kann mir jemand bei der folgenden Aufgabe helfen.

Scheiterte die Weimarer Republik, weil Sie eine Demokratie ohne Demokraten war? Nehmen Sie begründet zu dieser These Stellung?


Je nach dem, ob's dialektisch sein soll oder nicht, kannst ja den 2. Teil meiner Antwort ignorieren: (Natürlich könnte man das noch viel detaillierter aufdröseln und mit entsprechenden Beispielen schmücken)

Für die These sprechen imho folgende Punkte:
    Parteiengezänk (fehelnde Kompromissfähigkeit, vgl. Ende des Kbinetts Müller) führt zu einer Abwendung von der Demokratie
    Verklärung der Vergangenheit, also des Kaiserreichs in Kontrast zu dem Elend der jetzigen Demokratie
    Unerfahrenheit mit Demokratie

dagegen könnte man einwenden, dass es natürlich daneben noch eine ganze Reihe weiterer Belastungen für die Demokratie gab und nur das Zusammenwirken *aller* Faktoren zum Zusammenbruch geführt hat:
    außenpolitische Belastung (Versailler Vertrag v.a. mit der festgeschriebenen Kriegsschuld des Deutschen Reichs)
    Wirtschaftsprobleme (WWK, Reparationen)
    Schwäche der Verfassung (Art. 48 mit Diktaturgewalt des Rpräs.)
Gast
BeitragVerfasst am: 28. Aug 2004 21:10    Titel:

Hier wirds sicher genug Material für dich geben (hab mirs aber nicht angschaut)

http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/

Einleitung (Zitat)
Nach den revolutionären Unruhen, die das Deutsche Reich in den ersten Monaten nach Beendigung des Ersten Weltkriegs und der Ausrufung der Republik erschütterten, wurde am 28. Juni 1919 der Friedensvertrag von Versailles unterzeichnet, dessen Revision die deutsche Außenpolitik fortan bestimmte. Am 11. August 1919 trat die neue Reichsverfassung, die mit 262 zu 75 Stimmen von der Nationalversammlung verabschiedet worden war, in Kraft. Sie verankerte die erste parlamentarische Demokratie im Deutschen Reich. Träger der politischen Macht waren die Parteien. Begleitet vom schleichenden Niedergang des Liberalismus war die innenpolitische Entwicklung der Weimarer Republik durch eine Radikalisierung von rechts und links gekennzeichnet. Auch die mit der Abdankung Wilhelms II. zusammengebrochene Monarchie verfügte über eine noch zahlenmäßig starke Anhängerschaft. Die weitverbreitete Geringschätzung des Parlamentarismus ließ die Weimarer Republik als "Demokratie ohne Demokraten" erscheinen.
Sascha
BeitragVerfasst am: 28. Aug 2004 18:54    Titel: Weimarer Republik

Hallo kann mir jemand bei der folgenden Aufgabe helfen.

Scheiterte die Weimarer Republik, weil Sie eine Demokratie ohne Demokraten war? Nehmen Sie begründet zu dieser These Stellung?

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